Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 2 (2.1848)
- Date
- 1848-02-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554584-2554587--00731-2556532- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
SS Wahrheit, welche er vorträgt, werden bei ihm, schon weil es nur Theile sind, weil er nur das annimmt, „was sein Geist will," bedeutend afficirt und getrübt. Es sind besonders zwei Grundgedanken, welche vor Allen im A. T. hervortreten und die eigentliche Voraussetzung des Ganzen bilden. Diese sind, mit einem unserer Theologen zu reden, einmal „die Unterscheidung Gottes und der Welt, näher die Anerkennung des zwischen ihm als dem Heiligen und der Welt als der sündigen stattsindenden Widerspruchs; und sodann eben so sehr die Anerkennung, daß Gott für die Welt ist, daß die Welt wie von Gott, so auch für Gott ist als die Stätte seiner Offenbarung, namentlich daß der Mensch zu Gott geschaffen ist." Während das gesammte Heidenthum Gott und Welt vermischte und darum von einem Sein Gottes außer der Welt eben so wenig etwas wußte, wie von einer Schöpfung der Welt durch Gott, so findet sich von Anfang beim Volke Israel die klare und bestimmte Erkenntniß, daß Gott unendlich über der Welt erhaben und durch sein Allmachtswort die Welt aus dem Nichts hervorgerufen und geschaffen habe. Zn dem: „Zm Anfänge schuf Gott Himmel und Erde" und „Gott sprach: es werde — und es ward" liegt der unverrückbare Grenzstein aufgerichtet, durch den die Religion der Offenbarung von allem Heidenthum auf immer geschieden ist. Unzweifelhaft ist damit ausgesprochen, daß die Welt aus Gottes freiem Willen durch sein ewiges Wort ihren Anfang in und mit der Zeit genommen, ohne ein nothwendiger und ewiger Ausfluß seines Wesens zu sein, und daß sie nicht aus einem ewigen Urstoff oder sonst einer Naturursache gebildet ist. Diese Unterscheidung zwischen Schöpfer und Geschöpf grenzt nun das A. T. auf jeder Seite ein und hält daran, im Gegensatz gegen alle heidnische Verkehrung des Verhältnisses, fest. (Fortsetzung folgt.)