Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 2 (2.1848)
- Date
- 1848-02-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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22 er zur Grundlage. Und was ist der Erfolg seiner Bemühungen? Er sagt selbst, es wäre Schein. Etwas davon, wie er sich selbst das Urcheil gesprochen, hat er wohl geahnt, wenn er der gemäßigten, historischen Partei, zu der er augenscheinlich selbst gehören will, zwar große Wichtigkeit vindicirt, aber doch gesteht, „daß sie, aus Mangel an einem ideellen Principe, immerfort in Widerstreit mit sich selbst geräth." (p. 172.) Denselben bei Herrn Ph. zu bemerken, hatten wir ja auch schon Gelegenheit. Müssen wir also aus eine eigentlich geschichtliche Darstellung des „Mosaismus," — wenn wir einmal diese ungeschichtliche Bezeichnung beibehalten wollen, — von Herrn Ph. Verzicht leisten, so lohnt es sich vielleicht der Mühe, die angeblich sichern und festen Ideen, oder die religiöse Idee, welche er gefunden, näher anzusehen. Bon ihr sagt er Großes aus; wir erinnern an unsre Inhaltsangabe. Sie hat ja, so lehrt er, einzig der jüdische Stamm bewahrt, während sie im Christenthum und im Islam nur theilweise und mit heidnischen Elementen verunstaltet hervorgetreten sei; zu ihr „in ihrer Ganzheit" müssen die Völker kommen. Diese religiöse Idee stellt er uns p. 36. in 5 Sätzen dar. „Der Mosaismus proclamirte: 1) Gott als das absolute Sein, 2) die Welt seine Schöpfung, in welcher das allgemeine Sein stufenweise zur Besonderheit geworden, 3) Gott demnächst überweltlich, einzig und einig, unkörperlich, heilig, ewig, allgegenwärtig und allmächtig, 4) den Menschen als die Einheit des Leiblichen und Geistigen, im Geiste Gott ebenbildlich, mit der Bestimmung, Gott immer ähnlicher zu werden, frei und sich selbst bestimmend, mit der Möglichkeit der Sünde, 5) daher Gott unmittelbar zum Menschen, indem er dessen Geschicke zur Vervollkommnung leitet, seine Handlungen richtet, deren Folgen eintteten läßt, aber die Schuldhaftigkeit dem Reuigen aufhebt, und ihm die Wahrheit geoffenbart hat." Das ist also der kurze Inbegriff der religiösen Gedanken des alten Testaments; denn das Hauptsächlichste, was die Propheten hinzugechan haben, ist, „daß die religiöse Idee für die gesammte Menschheit sei." (p. 73.)