Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1847)
- Date
- 1847-12-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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dm für mich Gekreuzigten an, und' erlange durch ihn Vergebung der Sünden. Wenn ich nun von der Sündenschuld frei geworden bin, kann ich denn die Sünde wieder, lieben, die meinen Heiland an's Kreuz gebracht hat? — GelegeUtlich bestritten der Rabbiner und der Kranke die Glaubwürdigkeit der Erzählung, daß Christus von den Juden gekreuzigt Wörden sei, indem sie ganz richtig bemerkten, daß die Kreuzigung keine jüdische Todesstrafe sei. Das zum Theil obwaltende Mißverständniß hob ich durch Erläuterung des Zusammenhanges. Der Kranke: „Es giebt viele Christen, welche die Glaubwürdigkeit der evangelischen Geschichte bezweifeln." — Ich: Allerdings, aber das sind solche, die Ihnen auch von Ihrem Alte» Testamente fast kein Blatt übrig lassen. — Gegen Ende drückte ich dm Wünsch aus, daß der Herr bald sein Heil über Zion geben möge. Rabbiner: Wir müssen geduldig harren. Aber auch nach Daniels Beispiel (cap. 9.) forschen und beten, erwiderte ich. — Nach dem mit großem Ernste geführten Gespräche, schieden wir sehr freundlich. — - Meine Anwesenheit in Königscrg in Pr. in der darauf folgende Woche, in welcher das Fest des Enthaltsamkeits-Vereins und das 2 ijährige Jubiläum des Heiden - Misstonsvereins gefeiert und eine Pastorat-Confereuz gehalten wurde, brachte mich in Bekanntschaft mit einem neuen Kreise von Freunden des Reiches Gottes aus verschiednm Gegenden. Die Zeit war freilich zu sehr schon von den festgesetzten Gegenständen in Anspruch genommen, so daß ich die Missionssache unter Israel nicht in Anregung bringen konnte. — Auf der Rückreise hatte ich nochmals Gelegenheit, Sonntag dm 13. Juni, in einer Mennoniten-Kirche des Elbinger Werders in einer Missionsstunde meinen Beruf verwalten zu können. — Mein Ziel war jetzt der vordre Theil von Hinterpommern, woselbst in der zweiten Hälfte des Juni mehrere Missionsfeste begangen wurden. In dieser Zeit und im Monat Juli ward mir so Gelegenheit geboten, zum Theil durch Aufforderung lieber Brüder, 5 Mal Sonntags in christlichen Gemeinden, 2 Mal auf Missionsfesten, Und an 4 Sonnabenden Nachmittags in verschiedenen kleinen Städten Christen und Juden auf das Heil in Christo hinzuweisen und das Volk Israel der christlichen Liebe und Fürsorge zu empfehlen. In den letzten Tagen des Juli kehrte ich nach Berlin zurück, einer an mich ergangenen Aufforderung entsprechend. Ich hatte wieder einen mir bisher meist unbekannten Theil des großen Thales durchwandert, das Ezechiel voll sehr verdorreter Gebeine des Hauses Israel sah. Wann wird der Herr seinen Geist in dieselbigen geben, daß sie sich zusammenfügen und lebendig werden? — Er wird es thun, denn er sagt: „Ich der Herr rede es, und thue es auch." —