Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 11 (November 1847)
- Date
- 1847-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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181 Nach diesen einleitenden Bemerkungen der ersten Vorlesung wird in den nächsten die vorchristliche Geschichte Israels besprochen, zunächst die erste Epoche, der Mosaismus. Das Heidenchum, heißt es, sei von der Welt ausgegangen und habe von da aus auf das Dasein eines Göttlichen in der Welt geschloffen. „Die Welt ist, darum ist Gott," so hätte es gesagt; aber nur Trostlosigkeit und Verzweiflung sei der Erfolg gewesen. Grade umgekehrt habe der Mosaismus vom Sein Gottes auf das Sein der Welt geschloffen. Gott ist, darum ist die Welt. Der Mosaismus lehre, Gott sei das absolute Sein, einzig und einig, überweltlich, unkörperlich, heilig, ewig, allgegenwärtig und allmächtig. Gott sei der Schöpfer der Welt, die Welt aber die Einheit aller Besonderheiten, durch die Naturgesetze bestehend. An die Spitze derselben als vollendete Besonderheit ttete der Mensch, welcher seinem Leibe nach mit der gewordenen Allgemeinheit, der Welt, Zusammenhänge, seinem Geiste nach zur absoluten Allgemeinheit, zu Gott, zurückkehre, d. h. im Ebenbilde Gottes sei. Daraus ergebe sich die Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen, und seine Aufgabe sei, den Egoismus der leiblichen Natur zu beherrschen; er könne dies aber auch kaffen, und dann falle er in Sünde. Weiter lehre der Mosaismus eine unmittelbare Beziehung Gottes zum Menschen, seinem Ebenbilde, die sich in der fortwährenden Lenkung der Menschengeschicke und darin zeige, daß Gott Richter der menschlichen Handlungen sei und sich offenbart habe. Die Offenbarung sei die vollendete Unmittelbarkeit Gottes zum Menschen. Der Mosaismus habe Gott durch Offenbarung erhalten, er wolle ihn nur mit dem Verstände begreifen. Dies sei die religiöse Idee, die der Mosaismus in die Welt gebracht habe, und die seitdem die Menschheit immer mehr trotz fortwährendem Gegensätze sich erobere: die Einheit Gottes, die Einheit der Welt, die Einheit des Menschen, die Mittelbarkeit Gottes zur Welt durch die Naturgesetze, die Unmittelbarkeit Gottes zum Menschen durch Vorsehung, Gericht und Offenbarung. Wir enthalten uns hier, um die Darlegung des Inhaltes nicht zu unterbrechen, aller Bemerkungen.