Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 9 (September 1847)
- Date
- 1847-09-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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156 dem -er armen in dm Fabriken arbeitenden Klasse seiner Landsleute Erleichterung zu verschaffen. . Freilich ist das Christenthum „Religion des Individuums." Darinnm stimmen wir Herrn Philippson vollkommen bei; das Zudenthum, das ächte/ biblische, das mit dem biblischen Christenthum Eins ist, ist . auch Religion des Individuums; dmn der Herr redet im Alten Testament immer in der zweiten Person und will sich mit jeder einzelnen Seele aufs innigste verbinden fHoseas 2, 19. 2h.) und spricht: „Web mir, mein Sohn, dein Herz und laß deinen Augen meine Wege Wohlgefallen." Wahre Frömmigkeit ist ekivas Persönliches; denn unser Gott ist nicht ein in fich abgeschlossener Einer, sondern ein lebendiger Zehovah, der sich seines Volkes annimmt und mit dem Einzelnen in wesentliche Gemeinschaft tritt, und dadurch ihn über sich selbst und die Leiden der Zeit erhebt, seinen Blick allerdings auf das Jenseits. richtet, dadurch aber das diesseitige Leben heiligt und nach allen Seiten hin verklärt. Man kann uns nun freilich die Anachorethen und die verschiedenen Einsiedler älterer Zeit entgegenhalten, ja auf einseitige Gestaltungen des Christenthums in unfern Tagen Hinweisen; allein das sind eben nur Einseitigkeiten und nicht das Christenthum selbst. Wir würden gewiß unrecht handeln, wenn wir die Effänischen Verirrungen dem biblischen Zudenthum aufbürden würden, oder wenn wir die Schwärmereien des Ehasidäismus, der viele Tausende in Israel, in Ungarn, in der Moldau, Wallachei und Rußland ergriffe» und physisch so wie moralisch zernichtet, dem Zudenthum aufbürden wollten. So unbillig aber verfährt Herr Philippson. Z. B.: Die Judenverfolgungen, die jeder währe Christ verabscheut, werden in einem neuesten Artikel No. 22. Seite 327. den Christen zur Last gelegt, und wir läugnen es nicht, daß entartete Christen die abscheulichen Thaten verübt habe«. Allein der Herr Doctor will in seiner Darstellung dem: Christen thume die Schuld davon aufbürden und scheut sich deshalb nicht, die Unwahrheit zu Hülfe zu nehmen, nämlich als ob man vorher im Morgenlande, ehe das Christen-