Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 8 (August 1847)
- Date
- 1847-08-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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126 schlösse machen, so richtete man schon früher alle Aufmerksamkeit auf das Gesetz. Ward also die Einrichtung besondrer Häuser für gemeinschaftliches Gebet und Schriftauslegung nicht schon aus dem Exil ins Mutterland verpflanzt, hier mußte das religiöse Bedürftiiß sie erzeugen. Gleichen Schritt mit der Entfaltung des Synagogalwesens hält die Entwicklung der Schrtstgelehrten, der D^SO / der „Ausleger des väterlichen Gesetzes", deren Vorhandensein bei der zunehmenden Unbekanntschaft mit der althebräischen Sprache eine Nvthwendigkeit wurde. So gewann die Synagoge immer mehr Form und Halt und ward allgemach zum Mittelpunkt, zuletzt nach Zerstörung des Tempels zum einzigen sogar, der gesammten gottesdienstlichen Verfassung Israels. Zur Zeit Jesu schon bestand in jeder mäßigen Stadt Palästinas, in Nazareth, in Capernaum, so wie in allen größeren Städten Syriens, Kleinastens und Griechenlands, in denen sich größere Zudengemeinden befanden, wie in Ephesus, in Korinth, in Damaskus, mindestens eine Synagoge. Zn Jerusalem sollen 480 Synagogen gewesen sein, und nach Apost. 6, 9. scheint es allerdings, daß jede der verschiedenen Landsmannschaften ein Bersammlungshaus besaß. Hier versammelte sich das Volk regelmäßig an jedem Sabbathe zum^gemeinsamen Gebet und hörte bestimmte Abschnitte des Gesetzes, — <TW2na) so wie der Propheten cnyvßaTt) und anderer alttest. Bücher vorlesen—eine Eintheilung, deren Alter nicht genau zu ermitteln ist — und wie Philo sagt, „von den Erfahrensten", den Schriftgelehrten erklären. Der Segen ward regelmäßig von einem Priester gesprochen, und das Amen der Gemeinde schloß die Versammlung. Die Einrichtung des Hauses blieb sich wohl von Anfang an gleich; sie war einfach , den nächsten Bedürfnissen rnisprechmd. Der Bücherschrank zum Aufbewahren der h. Bücherrvlken, der Lehrstuhl für den Vorleser und den erklärenden Schriftgelehrten, und die Sitze für die Hörer — dies fand sich wohl in allen Synagogen. Was endlich die Beamten und Diener der Synagoge anlangt, so stand an der Spitze derselben ein Vorsteher, der Archisynagogus (bnpn ttfin ,no»7T12Rn) (Luc. 8, 49.