Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1847)
- Date
- 1847-05-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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83 so entging uns die Gelegenheit, den Zustand derselben kennen zu lernen. Nur von ungefähr kamen wir noch kurz vor dem Schluß in die Klaffe. Bei dem Prediger, den wir in seine Wohnung begleiteten, verweilten wir eine lange Zeit. — Am Donnerstage war wegen des lebhaften Wochenmarktes ein Berkehr mit Juden nicht gut möglich. Der größte Theil des Vormittags wurde durch die Unterhaltung mit dem Herrn Prediger ausgefüllt, der uns einen Gegenbesuch abstattete. Er machte H. den dringenden Vorschlag, auf die Anlegung einer Missionsschule in dem. vorigen Orte hinzuarbeiten und bot seine Mitwirkung an. Die Ankunft des Lehrers (am Nachm, nicht lange vor unserer Abfahrt), führte noch eine Unterhaltung herbei. Gegen Abend erreichten wir . . , woselbst eine Missionsschule besteht. — Freitag (den 30sten). Ein von meiner Gymnasialzeit her mir wohlbekannter jüdischer Wollhändler, dem es damals, als ich in Secunda noch nicht lange das Ebräische augefangen hatte, Freude machte, mich lesen und übersetzen zu lassen, hatte mich durch meine Mutter ersucht, ihn, wenn ich an seinen Wohnort käme, ja nicht zu vergessen. Dieser Aufforderung leistete ich, nachdem wir drei die beiden Klaffen der Missionsschule besucht hatten, willig Folge, und erfuhr schr freundliche Aufnahme; ich mußte versprechen, am Sabbathe wiederzukommen. Nachm, begaben sich meine Freunde zu dem ersten Lehrer der jüdischen Schule. Abends beschlossen wir die Lesung des Propheten Jeremias mit Kap. 33. — Sonnabend (den 31st.) Vormittag. Eine eingehende Unterhaltung mit dem vierten Lehrer, der uns besuchte, kam darum nicht recht zu Stande, weil noch eine Person hinzütrat. — Zn der 12ten Stunde erfüllte ich mein dem Wollhändler L. gegebenes Versprechen. Da man eben bei Tische saß, konnte ich an 7 — 8 Juden mich wenden. — L. stützte sich darauf: „Ich bleibe bei dem, was meine Väter geglaubt haben und was unsre Rabbinen lehren; die mögen es einst verantworten." Später ergriff seine Frau ein Lesebuch ihrer Tochter, und zeigte mir — mit den Worten: „Daran halte ich mich." — Die Schrift stellte Sprüchw. 1, 8.: Mein Kind, gehorche der Zucht deines Vaters, und verlaß nicht das Gebot deiner Mutter! — Daß in dem Punkte der Seligkeit jeder für sich selbst stehen muß, hielt ich ihnen vor mit Hinweisung auf Ezech. 18., und fügte hinzu: Hätte Abraham so gedacht, als