Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1847)
- Date
- 1847-05-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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75 von ganzem Herzen." Also beim Volke und beim Volke die Treue in der Beobachtung der gottesdienstlichen Ordnung — Ausdruck der Frömmigkeit. — Dasselbe wiederholt sich bei dem frommen Io sias, (dessen Zeitgenosse der Prophet Jeremias ist). Seine Frömmigkeit wird 2. Kön. 22 , 2. 23, 25. gerühmt; er stellt nach Auffindung des Gesetzbuches (2. Kön. 22.) eine gründliche Reformation an, feiert ein großes Passah (2. Kön. 23.), und ordnet an, (2. Ehron. 33. 6.), daß die Priester und Leviten thun sollten nach den Worten des Herrn durch Mosen; und so wurde (V. 12.) dem Herrn geopfert, wie es geschrieben steht im Gesetze Mosis. — Daß nach der Schrift die Opfer ein Grundbestandtheil des israelitischen Gottesdienstes sind, ist also keinem Zweifel unterworfen. Warum aber in den zehn Geboten nichts von Opfern gesagt wird, dafür gebe ich einen doppelten Grund an. Erstens, was in den Opfern sinnbildlich dargestellt wird, ist in den Geboten mit Worten ausgesprochen; das Brandopfer z. B. ist die Verkörperung der gänzlichen Hingabe an Gott, des Gebotes: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzeur Herzen u. s. w. Sodann aber: ein Hauptzweck des Gesetzes war, Erkenutniß der Sünde zu beweisen, die Herzen zu der Einsicht zu führen, daß ihr Dichten und Trachten von Zugend auf böse sei, daß also kein Mensch im Stande sei, aus eigener Kraft sich selbst Gott zum Opfer zu geben, daß die Sündenschuld eine ewig unübersteigliche Scheidewand zwischen dem Menschen und Gott sei, wenn nicht eine Tilgung der Schuld eintrete. Nach dieser Seite waren also die zehn Gebote eine Vorbereitung zur rechten Darbringung der Opfer, und ein Mittel, die Herzen mit Verlangen nach dem vollkommenen Sühnopfer des Messias zu erfüllen. — Indem ich hiermit abbreche, bitte ich Sie, das Gesagte ernst und aufrichtig nach dem Worte Gottes zu prüfen, und mir die Bedenken, die sich bei Ihnen etwa erheben möchten, mitzutheilen, vielleicht durch den Herausgeber dieses Blattes. Ich werde stets bereit sein, Ihnen darauf zu antworten und werde mich fteum,