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Dibre Emeth · 1847-04-01 · Heft 4 (April 1847) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
3 (1847)
Issue
Heft 4 (April 1847)
Date
1847-04-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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68 sagen, daß Sie auf diese Weise gar nichts wirken werden. Wenn die Kinder nach Hause kommen, und auf Befragen den Atem erzählen, was sie gehört haben, so reißen es . ihnen diese wieder ans dem Kopfes — Die Geschichte von dem 8jährigen Sohne des jüdischen Lehrers in Westphalen, dernur gelegentlich bet einer katholischen Prozession zum ersten Male etwas von einem Christus, den das Volk der Juden gekreuzigt habe, erfuhr und durch diese unabsichtliche Mittheilung zu unserm Heilande geführt wurde, (s. diese sehr lesenswerthe Erzählung im Miss.-Bl. des Rhein.-Westph. Vereins für Israel.) — diese Geschichte mußte die Stelle meiner Antwort vertreten. — „Aber diese Kinder (sie waren gleich nach jener ersten Aeußerung des Lehrers entlassen worden) sind nur aus Neugierde und in der Absicht, Bücher von Zhnen zu erhalten, zu Zhnen gekommen." Zch hielt es auch diesmal fürs Einfachste, ihm statt der Antwort die kurze Geschichte von jenem wohlansehnlichen Fleischermeister vorzuhalten, der sich entschlossen hatte, nie mehr zu seinem gläubigen Pastor in die Kirche zu gehen; das Wort vom Kreuze war ihm ein Aergerniß geworden. Da erfährt er, daß eines Sonntags nach der Predigt eine Kirchenmusik aufgeführt werden solle. Diesen Genuß will er sich nicht entgehen lassen; aber hier erhebt sich eine nicht geringe Schwierigkeit. Als einer von dm angesehenen Leuten der Stadt, hat dieser .Mann auch einen wohlansehnlichen Kirchstuhl. Am liebsten wäre er nach dem Amen des Pfarrers erschienen, aber die Leute! was würden die Leute sagen! Der Kampf ist heiß: dort von ferne her die lockenden Töne der Musik — hier das Ehrenwort, das er sich selbst gegeben: Ich mag meinen Pastor nicht mehr hören! Doch mdlich faßt er einen herzhastm Entschluß •— er ergreift eui Mittel, das ihn davor bewahrt, sich selbst untreu zu werden und ihm hoch auch dazu verhilft, seinem Zuge zur musikalischen Aufführung zu folgen. — Er wandelt also mit den übrigen Kirchengängern zur rechten Zeit dm von ihm lange nicht betretenen Weg zum Gotteshause. (Schluß folgt.) Dies Blatt erscheint monatlich in einem Boqe» und kostet der Jahrgang 15 Sgr. Bestellungen nehmen, außer dem Herausgeber selbst, alle Buchhandlungen an. Q<tru4t utft in Commission bei Trowixsch Md Sehn in Frankfurt a. d. £*.

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