Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 4 (April 1847)
- Date
- 1847-04-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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55 tigkeit gethan und das Recht seines Gottes nicht verlassen; sie fordern von mir Gerichte der Gerechtigkeit, sie verlangen, daß Gott sich nahe. „„Warum fasten wir, und Du sichest es nicht? Warum kasteien wir unsere Seele, und Du weißt es nicht?"" Siehe, am Tage, da ihr fastet, findet ihr eure Lust, und alle eure Schulden treibt ihr bei." Es werden solche Leute gestraft, welche die göttliche Hülfe trotzig forderten, in dem hochmüthigen und thörigten Wahne, daß sie mit dem Fasten dem ganzen Willen Gottes Genüge geleistet hätten. Ihnen wird ihre „Missethat und Sünde" unter die Augen gerückt, und ihr vermeintes „Fasten" zu Schanden gemacht. Mit dem Ausdrucke: "!2\]y, wir kasteien unsre Seele, haben fie sich selbst schon das Urtheil gesprochen; denn in diesem Ausdrucke (welcher in den Büchern Mösis die stehende Bezeichnung für „Fasten" ist, statt des spätern ML), tritt uns entgegen, daß das Fasten nach dem Gesetze nur sinnbildliche Darstellung der Buße ist; was man am Leibe that, sollte ein Beweis, ein äußeres Zeugniß für das sein, was man an der Seele that. Ohne das Letztere war das Erstere nur ein Leichnam. Der Herr hat es hier mit harten Leuten zu thun, die da schneiden wollen, wo sie nicht gesäet haben; sie wollen Heil von Gott und doch von der Sünde nicht lassen. Der gerade Gegensatz von dem „Kasteien der Seele" liegt indem: : DDD5J EVE (amTage da ihr fastet, findet ihr eure Lust.) Statt der Welt und allen weltlichen Lüsten abzusagen, benutzen sie die Fasttage nur dazu, ihre Selbstsucht zu beftiedigen. — Daß nun aber der Prophet im ganzen Kapitel „kein Wörtchen vom Opfer, noch weniger vom Blutopfer" sagt, wird Sie nicht wundern und Ihnen auch nicht länger als Zeugniß gegen mich gelten, wenn Sie bedenken, daß er nicht die Frage zu beantworten hat: wie wird der Mensch vor Gott gerecht und selig? sind dazu Opfer nöthig, oder ist es mit dem rechtschaffenen Leben abgemacht? sondern daß er zeigen will, welches der Unterschied zwischen dem falschen und wahren Faste», desgleichen zwischen der falschen und wahren Sabbathsfeier sei. Sie hätten mir mit vielmehr Schein des Rechtes Kap. 66, 3. entgegen halten können: 5"*