Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- Heft 3 (März 1847)
- Date
- 1847-03-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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51 plare Psalmen zu kaufen, sie hielten sich aber nicht lange auf. Mit drei andern dagegen, die sich um Mittag einstellten, konnte ich ein Gespräch anknüpfen. Zch ging aus von dem Namen des Tages „Gesetzesfreude" (dem Schluffe des Laubhüttenfestes) und las ihnen 5. Mos. 4, 5 — 8 vor. Aber wie steht es denn mit dem Halten des Gesetzes, das Gott so strenge geboten hat? fragte ich. „Nicht den vierten Theil halten wir," antwortete Einer mit Zustimmung der Andern: „doch wir Handwerker können es nicht so genau nehmen." — Zch.— Gott hat nirgends gesagt, daß die Handwerker ausgenommen seien; er spricht: Zhr sollt nichts dazu thun Alldem, was ich euchgebiete, und sollt nichts davon thu n. —Was sollen wir denn nun anfangen, da wir mit Schuld beladen sind?—„Th'phille, Th'schube, I'doke" (Gebet,Buße, Gerechtigkeit) war auch hier wieder die Antwort. Zhr Gebet am Versöhnungstage diente mir zur Bekämpfung ihrer Meinung. Aus Hagg. 2. und Mal. 3. zeigte ich ihnen, daß, weil der zweite Tempel schon zerstört ist, der Herr erschienen sein muß. — Nach Tische vor der Predigt hatte ich Gelegenheit, einen 13jährigen Knaben aus Psalm 119 zum fleißigen, mit Gebet verbundenen Lesen des Wortes Gottes zu ermahnen. — Etwas vor 3 Uhr begann der Gottesdienst. Die Predigt handelte über Zetew. 2, 13: „Mein Volk thut eine zwiefache Sünde rc. Nach Weiner Schätzung waren wohl über 100 Zuden, meist jüngere Leute anwesend, deren Aufmerksamkeit mich freute. Nach der Versicherung des Pastors war die Zahl größer als bei den früheren 3 Missionspredigten, die während seiner 11jährigen Amtszeit daselbst gehalteu worden sind. — Die jüdische Gemeinde beläuft sich auf etwa 200 Familien. Der vorhin genannte Knabe kam nach der Predigt wieder zu Mir. Nachdem ich mit ihm über die Versuchnngsgeschichte gesprochen hatte, wobei ich von ihm hörte: „Die Schlange sei nur ein Bild der Sinnlichkeit; einen Teufel gebe cs doch nicht; so habe er in der Schule gelernt," — gesellten sich einige etwas ältere Knaben hinzu. Die Weissagungen aus Hagg.und Maleachi waren nun abermals der Gegenstand unserer Unterhaltung. - Unter dein Ab- und