Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1846-12-01 · Heft 12 (Dezember 1846) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554556-2554569--00448-2556235
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

202 - nur in die Hand und den Namen Zesu auf seine Lippen nimmt. Daher es auch öfters geschieht daß, wenn ein solcher Jude sich dennoch, vielleicht von Neugierde getrieben, hat'verleiten lassen, das N. T. in die Hände zu nehmen, er es dann in unzählige Stücke zerreißt und in alle vier Winde der Erde zerstreut. Za Schreiber dieses hat es mit seinen eigenen Augen gesehen, daß ein hebräischer Pentateuch bloß deswegen, weil er nicht aus einer jüdischen, sondern aus einer christlichen Druckerei hervorgegangen und von Missionaren verbreitet worden war, von so genannten Thalmudstudenten (D’HfQ) mit Füßen getreten und mit den Zähnen zerissen wurde. Dies kann man auch solchen Zudenkeinesweges verargen; denn abgesehen davon, daß die Christen in frühem Zeiten alles Mögliche gechan haben, und leider zum Theil auch heute noch thun, die Juden dem Christenthume abgeneigt zu machen und mit Haß und Feindschaft gegen dasselbe zu erfüllen, gilt ihnen der Thalmud als die Quelle aller Weisheit und Erkenntntß, als das von plu» ultru aller Gelehrsamkeit. Aus ihm sind alle Wissenschaften hervorgegangen, und selbst das Preuß i sch e Landrecht ist demselben entnommen, wie uns dies einige orthodoxe 'Juden vor nicht gar zu langer Zeit allen Ernstes versicherten. Und dieser hohen Meinung vom Thalmud können sich oft sogar die sonst gebildetsten Zuden und selbst einige der gelehrtesten uenern Rabbiner nicht gänzlich entäußern. Daß nun solche Zuden das N. T. mit dem Alten nicht auf gleiche Stufe stellen und als göttliche Offenbarung anerkennen können, ist leicht begreiflich und ganz natürlich. Wen» aber diejenigen Zuden, die sich zu den aufgeklärten Geistern des neunzehnten Jahrhunderts zählen, wenn selbst die Gelehrten unter ihnen, Rabbiner und Nichtrabbiner, die sich rühmen die höchste Stufe der wissenschaftlichen Bildung unserer Zeit erstiegen zu haben, die auch das N. T. nicht nur gelesen, sondern selbst studirt haben, und mit der Geschichte des Christenthums, sowohl seiner Entstehung als Entwickelung, eben so vertraut sind wie mit dem Zudenthume; wemr diese dem N. T. weniger Ansehen und Autorität beilegen, als dem Alten und selbst dem Thalmud, und dem Ehristenchume ebenso feindlich und vielleicht noch feindlicher —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.