Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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164 Kind derselben Eltern Gefahr für Leben oder Gesundheit desselben zu fürchten ist, die. Beschneidung so lange sistirt werden müsse, bis ein ärztliches Gutachten darüber abgegeben worden, daß keine Gefahr von der Vornahme des Beschneidens zu fürchten ist." Aus diesen wenigen Sätzen sieht Jeder wohl sogleich, von welchem Geiste die Versammlung geleitet worden ist. Gewiß ist es nicht der Geist, der sich dem Worte Gottes gläubig und demüthig unterwirft, sondern der Geist, der sich über Alles, was Gott und göttlich ist, erhebt, obschon er sich in das Gewand wenigstens der Religiosität einhüllt. Wie werrig die Versammlung ihre einzige Lust rmd Freude arr dem Worte Gottes gehabt, und wie ihr aller Ernst zur Erforschung des wahren Sinnes desselben gefehlt hat, das beweist uns aber noch besonders die Mittheilung des Herrn Dr. Philipp sohn von den mancherlei Vergnügungen und Genüßen, die ihr in Breslau bereitet wurden, ganz abgesehen von den Berichten der Gegner,- daß in den Sitzungen ein „gränzenloses und lästerliches Geschwätz abgedroschen wurde." Dr. PH. erzählt uns sehr wohlgefällig von „einer matiuee wii8ierrl6, die vortreffliche und gut exekutirte Pieren brachte," vor: einem „splendiden Gastmahle von mehreren IW Gedecken," von „einem Festzuge nach dem Fürstensteiner Grunde," von der Aufführung des Juden von Cumberland im Theater „zu Ehren der Versarnnllung," wozll den Mitgliedern der Versammlullg Freibillets zugestellt wurden, von „gesellschaftlichen Genüßen in der Bürgerressource, im Schweizerhärlschen re." Ob unter solchen Umständen wohl noch ein Viertelstündchen übrig geblieben sein mag, die Kniee vor dern Gotte Abrahams zu beugen und ihn um Erleuchtung anzurufen? Wir bezweifeln es. Ulld wie mag es erst um die rechte Stimmung des Herzens gestanden haben, die zu wirrem erhörlichen Gebete nothwendig istl — Dieser Versammlung entgegen wird den 21. Oktober in Dresden eine Theologen-Versammlung zusammentreten, bestehend aus mehr denn 30 Mitgliedern, die sich alle zu den Conservativen zählen, von denen aber wohl kein Einziger mehr ganz streng und fest an dem alten Judenthume hält; sie alle wollen vielmehr eine Reform, wenn auch nur eine gemäßigte. Wir versprechen uns auch von dieser Versammlung nicht viel, ja glauben sogar, daß sie früher oder später an dasselbe Ziel gelangen wird, an dem die R. V. bereits steht. Denn so viel steht wohl fest, daß eine Reform im Judenthume entweder nur zur gänzlichen Auflösung des Judenthums und zum Unglauben, oder zum Glauben an das Alte Testament und somit zum Christenthume führen muß. — Dies Blatt erscheint monatlich in einem Bogen und kostet der Jahrgang 15 Sgr. Bestellungen nehmen, außer dem Herausgeber selbst, alle Buchhandlungen an. Gedruckt und in Commission bei Trowitzsch und Sohn in Frankfurt a. d. O.