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Dibre Emeth · 1846-09-01 · Heft 9 (September 1846) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 9 (September 1846)
Date
1846-09-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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145 Leiden und Sterben uns mit . Gott versöhnt. Das ist doch deutlich in diesem Kapitel, wie auch in andern Stellen des alten Testaments ausgesprochen, und Israel will doch nichts von einem leidenden, sterbenden Messias wissen, und nimmt daher auch Zesum nicht an für den verheißenen Retter, weil er am Kreuze gestorben ist, obschon der Messias nach jenen Schriftstellen leiden und sterben soll. Um die Verwerfung desselben zu rechtferügen, müht es sich, das angeführte Kapitel auf Personen zu beziehen, auf welche es nicht bezogen werden kann. Den Glauben, daß durch den Tod des Messias der Welt das Leben erworben wird, findet Israel mit seiner Vorstellung, die es sich von dem Messias gemacht hat, unvereinbar. So muß also die Wahrheit Gottes der Vorstellung, des irrenden Herzens geopfert werde». Kein Wunder, daß Israel dahin gekommen ist, im Widerspruch mit deutlichen Zeugnissen der heiligen Schrift zu behaupten: kein Jude kann aus Ueberzeugung Christ werden. Entbehrt diese Ansicht der Juden nun aber alles Grundes, so versündigen sich diejenigen, die sie behauptm. Wer da sagt: kein Jude kann aus Ueberzeugung Christ werden, beschuldigt diejenigen Zudm, die zum Christenthum übertreten, bewußt oder unbewußt, der Unwissenheit oder Beschränktheit. Denn nehmen wir etwas als Wahrheit an, das anerkannt falsch ist, so giebt man sich entweder nicht die Mühe, oder man hat die Fähigkeit nicht zu prüfen, was man annimmt. Demnach sind alle Zudm, die zum Christenthum sich bekmnen, unwissende, beschränkte Menschen. Diese Beschuldigung ist nicht neu, sie ist alt, sehr alt; die Pharisäer zu Christi Zeit waren mit ihr schon bekannt, sie verstanden sich meisterhaft auf deren Gebrauch. Als sie Knechte abgesandt hatten, Zesum festzunehmen, diese aber zurückkehrten, ohne ihn zu bringen, ftagten die Pharisäer: „Warum habt ihr ihn nicht gebracht?" Die Knechte antworteten: „Es hat nie ein Mensch also geredet, wie dieser Mensch;" seine Worte ergriffm uns so, daß wir es nicht über uns vermochten, unsere Hände an ihn zu legen. Was erwiedertm hierauf die Pharisäer? „Seid ihr auch verführt? Glaubt auch irgmd der Obersten oder Pharisäer

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