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Dibre Emeth · 1846-09-01 · Heft 9 (September 1846) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 9 (September 1846)
Date
1846-09-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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es das Reich des Messias als ein weltliches, irdisches sich denkt. Und wenn denn auch viele Israeliten die buchstäbliche Auffassung der Weissagungen des alten Testaments vondem Reiche des Messias verwerten, wenn sie dieses auch als ein geistliches sich denken, so glauben sie doch nicht, daß dasselbe im. Christenthum vorhanden ist, weil das Christenthum den Schilderungen nicht entspricht, die das alte Testament von dem Umfange und dem inner» wie äußern Zustande des messianischen Reichs macht. Dies Reich soll über die ganze Erde verbreitet sein; nun aber ist noch ein großer, ja der größte Theil der Erde mit geistlicher Finsterniß bedeckt, die große Mehrzahl des Menschengeschlechts sitzt noch im Todesschatten, was doch aber nach der Meinung der Juden -nicht sein würde, wenn der Messias gekommen wäre. Die Israeliten glauben demnach, daß durch die Erscheinung des Messias die Welt plötzlich werde erleuchtet und bekehrt werden. Und zu dieser Annahme scheinen sie durch Aussprüche der Propheten berechtigt zu sein. Allein wir müssen nur bedenken, daß die Propheten in bildlicher Rede diese Wahrheit verkünden; im Bilde aber erscheint das Dargestellte nie als ein Werdendes, sondern als ein Gewordenes, auf dem Bilde steht nie das allmählige Werden des, das werden soll, sondem dieses als etwas Fertiges, Vollendetes da. Wie alles in der Welt, was da ist oder wird, einen Anfang hat und sich dann naturgemäß entwickelt und heranwächst zu der ihm bestimmten Größe, so ist es auch mit dem Reiche des Messias; es nimmt eium Anfang und erweitert sich allmählig nach allen Seiten hin, bis alle Könige und Fürste» der Erde mit ihren Unterchanen ihm einverleibt sein werden. Dem Volke Israel ward das Joch des Gesetzes mit einem Mal aufgelegt; mit dem Reiche des Messias soll dies anders sein nach der Weissagung Jeremias, 31,32. Der Herr will sie der Herrschaft dieses Reiches nicht mit Gewalt unterwerfen, er will keinen Zwang anwenden, uein, sie sollen demselben zugeführt werden durch das Evangelium des Friedens, das Evangelium soll den Widttstand des Menschlichen Herzens besiegen durch die Kraft der Wahrheit. Das Reich des Messias ist ein FrirdenSreich. Wo aber, ftagt Israel, ist denn das Reich

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