Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1846)
- Date
- 1846-06-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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88 : Wer wird sonst »och im A. T. Knrcht Gottes tzenatintr So müssen wir weiter ftagmj denn die sonst bei unserem Propheten vorkommcnden Bedeutungen genügten ebm so wenig , wie die von vielen aufgestellte Vermuthung ausrrichte. Der- Prophet Ezechiel verkündete einst den Gefangenen am Chaboras, nachdem er drohende Worte wider die falschen Hirten geredet, im Namen Gottes: „Zch will ihnen einen einigen Hirten erwecken, nämlich meinen Knecht David." (G. 34, 23-^29.) „Mein Knecht David soll ihr König und ihrer aller alleiniger Hirte sein." (C. 37, 24.) Daß er damit den Messias gemeint, den großen Davidssproß der Zukunft, ist offenbar. Gleicherweise heißt es bei Sacharja G: H 8» in unverkennbarer Beziehung auf die messianische Verkündung des Zesaias: „Zch bringe meinen Knecht Zemach." Wir gewinnen durch diese Stellm die Gewißheit, daß der Messias den Namen Knecht Gottes führen konnte, und verlassen, wenn wir an den in Rede, stehenden Stellen diese Erklärung anwenden, krinesweges den alttestamentlichen Boden. Daß dieselbige bis-in das vorige Zahrhundert die herrschende in der christlichen Kirche gewesen, ist bekannt; daß sie auch von den ältern jüdischen Auslegern festgchalten worden sei, ist nicht minder unzweifelhaft. ") Täuscht uns nicht alles, so ist sie auch die einzig mögliche. Zum Erweise, daß der Prophet in dem Knechte Gottes wirklich den Messias geschaut habe, brauchttn wir uns nur auf die . . °) Daß die messianische Erklärung von C. 42 und 48 fich langer: unter den Jude» erhalten hat als die von C. 53, ist nicht zu verwundern. Derselbe Abarbauel, welcher zu C. 4-2 von den nichtmessianischen Erklären sagt O'tdo? ■ein D'DDnrt nbx bbitf „alle diese Erklärer seien mit Blindheit geschlagen," bestreitet bei C. 53 die messianische Erklärung, wie hier vor ihm schon nicht wenige gethan, „ohneZweifel^ um mit Gesenius zu reden, „aus polemischer Rücksicht auf die Christen." Und daß man nach ihm hätte zu der alten Tradition zurückkehren sollen, war wicht zu mvarten. Indessen ist die messianische Erkläping selbst Dow C . 53 .kchreswegeS gänzsich aus dem Bewußtsein Israels verdrängt worden. Wir erinnern nur an das, auch in diesen Blättern p. 35 mitgecheilte Gebet, welches am BexsöhnungStage in den Synagogen gesprochen wird. Ein Weiteres siehe in Hen gstenberg's Christologie I, 2. p. 290 ff. . i i. >