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Dibre Emeth · 1846-06-01 · Heft 6 (Juni 1846) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 6 (Juni 1846)
Date
1846-06-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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.. 94 . ,, - r:' Antwort: „das Loos des Prophetenstaudes war immer dasselbe, Aufopferung und Leiden. So wird der Knecht Gottes hier geschildert; er geht auf, wird verachtet, stirbt, bei Frevlerngiebtmay ihm sein Grab. Umsonst sah er einer Zeit der Verklärung üüd der Triumphe entgegen; seine süßen Hoffnungen gingen mit ihm zu Grabe." Danach würde also die in unserem ganzen Abschnitt häufig wiederkehrendc Idee von einer Erhöhung des Knechtes Gottes zu einem bloßen — pium desiderium herabfinkcn, womit die armen Propheten in ihrer Noch sich getröstet; und doch sollen die Männer Gottes geredet haben, getrieben vom heiligen Geist! Würde mau in ihnen etwas anders als fromme Schwärmer sehen können? ' Zum Glück aber sträubt sich nicht weniger als alles in unserm Capitel gegen diese Auffassung; wir wollen nur Einiges hervorheben. Zst es an sich nicht schon unwahrscheinlich, daß der Tod und das Begräbniß auf einen Thcil, die Verherrlichung dagegen auf einen andern Theil des Prophctenstandes sich beziehen soll, während doch der Eine Knecht Gottes der Leidende und der Verherrlichte ist? Müßte man nicht irgend wie eine Andeutung dieser Unterscheidung erwarten? Aber noch mehr, wenn der redende Prophet sich mit unter die Zahl derer einschließt, welche mit Verachtung auf den Knecht Gottes geblickt haben und nachher finden, daß dieser ihre Sünden getragen, so unterscheidet er sich deutlich von dem Knechte Gottes, zu dem er doch, wenn dieser der Prophetrnstand ist, mit gehören würde. Wo läge nun im Sachverhältniß irgend ein Grund, eine kommunikative Redeweise wahrscheinlich zu machen? Die Sache liegt doch vielmehr so, daß der Prophet selbst sammt seinen Genossen, den übrigen Propheten, als erstaunter Zuschauer vor dem steht, was er C. 53, 2 ff. verkündigen will. .Wer glaubt unsrer Predigt? ruft er. Die Leiden jenes verachteten Knechtes Gottes sind stellvertretend für uns alle. Zst es endlich wohl glaublich, daß der Gedanke einer stellvertretenden Kraft ihrer Leiden, welchen man einzelnen Propheten beizulegen sich scheut, den ganzen Stand beseelt habe? Anzunehmen, daß je Propheten, freiwillig und in der Meinung schuldlos zu sein, schwere Leiden übernommen

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