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Dibre Emeth · 1846-04-01 · Heft 4 (April 1846) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 4 (April 1846)
Date
1846-04-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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59 wegen des Zusammenhangs kein Zweifel über den Sinn obwalten kann. Nun finden sich aber daneben ausführlichere Schilderungen des Knechtes Gottes von einer so besonder«! Beschaffenheit, daß in den neuesten Zeiten die geübtesten Ausleger darüber streiten, welche von den angeführten Bedeutungen dem Knechte Gottes zukomme. Es sind die bekannten Stellen C. 42, 1 — 7. 49, 1 — 9. 52, 13 — C. 53, 12., in denen zum Theil der Knecht Gottes selbst redet, theils Zehoyah von ihm redet. Zu diesen muß man noch wegen der augenscheinlichen Verwandschaft C. 50, 4— 10 und 61, 1—3 fügen. Es wird zwar hier der Knecht Gottes nicht namentlich erwähnt, aber so unverkennbar auf ihn hingedeutet, daß jeder Leser die Aehnlichkeit erkennen muß. Sie schließen sich aber mehr an C 42 und 49 an, als an das in gewisser Beziehung im A. T. einzig dastehende Cap. 53. Versuchen wir nun zunächst das Bild, welches uns jene Schilderungen entwerfen, in kurzen Zügen darzustellen. Siehe da! — so hebt der Prophet an, als der Knecht Gottes zum ersten Mal vor sein Auge tritt. Siehe da! — als wäre er gegenwärtig. Und wie schildert er ihn? Gott steht ihm bei, seinem Auserwählten, von Mutterleib hat er ihn berufen und seinen Namen genannt. Aber er wuchs auf, wie ein Wurzelschößling aus dürrem Lande, ohne Gestalt und Schönheit. Doch er ist Gottes Knecht, an dem er sich verherrlicht. Denn sein Geist ruht auf ihm, daß er das Licht der göttlichen Wahrheit anzünde, Recht lehre und alle blinden Augen öffne, daß er scharf und eindringlich zugleich aber auch zart und schonend ein gnädiges Zahr Gottes predige, ja selbst Gebundene aus dem Kerker befreie. Darum zerbricht er das geknickte Rohr nicht und löscht das glimmende Docht nicht aus. Doch leider sinket er wenig Glauben, er mühet sich für nichts ab; seinen Rücken muß er denSchlagenden, seine Wange den Raufenden darbietcn, sein Angesicht darf er nicht vor Schmach und Speichel verbergen. Aber er bleibt geduldig, denn bei Gott ist sein Lohn; ihm ist er gehorsam. Doch noch tiefer muß er sich erniedrigen lassen. Verachtet ist er, ein Schmerzensmann und ein Vertrauter der Leiden, geplagt und gemartert, ja hinweggeriffen

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