Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 3 (März 1846)
- Date
- 1846-03-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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38 einige Tage Ferien gegeben haben, soll die erste Mußezeit Dir gewidmet sein. Ucbrigens konntest Du, ohne daß ich Dir direct auf Deinen Brief antwortete, einer Seils ans dem freundschaftlichen Tone, in dem ich Dir schrieb, und andrer Seils aus manchen hingeworfencn Aeußcrungcn in meinen kurzen Briefen mein Urtheil rrrathen. Die lange Verzögerung hat nun das Gute, daß ich Dir zugleich mit diesen Zeilen ein ausführliches Schreiben unsers Freundes Marcus mittheilcn kann, das mir, obgleich es ein Gemisch von Wahrheit und Zrrthum ist, grade für Dich sehr lehrreich zu sein scheint, da erstcre grade hauptsächlich in den Acußrungen über die neuen Rabbiner und ihre Richtung enthalten ist. Und dieser Geist der Neuerung unter dem Scheine des Besthaltens am Zudenthum, dieser Sauerteig, der die ganze Masse versäuert, hat doch auch Dich mehr, als Du weißt und willst, durchdrungen. Darum erwäge wohl, was unser Freund von seinem freilich nicht minder verkehrten Standpunkte darüber sagt; zumal Du erkennen wirst, daß ich von dem ganz entgegengesetzten Standpuncte im Wesentlichen dasselbe Urtheil fälle. Dieses Zusammentreffen muß Dir mit Recht auffallen; möge es Dich auch veranlassen, die Dir durch Umgang, Unterricht und Predigt geläufig gewordenen Lehren einer genauen Prüfung zu unterwerfen! Du wirst vielleicht dazu um so williger werden, wenn ich Dir gestehe, daß Dein Brief einen tiefen Eindruck auf mich gemacht und einen bleibenden Einfluß auf meine Denk- und Handlungsweise ausgeübt hat, allerdings freilich ohne in der Hauptsache, in dem Glauben an das uns überlieferte Wort Gottes mich irre zu machen. Du hattest Recht, mein Freund, damals als ich meinen Brief an Dich schrieb, war ich durch das Schlechte in den neuern Zuständen, und grade in meiner Umgebung, so verstimmt, daß ich darin nur Uebles erblickte, und dagegen die Ucbclstände, die schon vorher in Israel da waren, ganz übersah. Jetzt habe ich wieder so viel Ruhe und. Unbefangenheit erlangt, um Dir und Marcus beizustimmcn in der Behauptung: „Es war nicht alles Gold, was durch den Schein religiösen Eifers glänzte." Es gab stets nicht wenige in Israel, die wohl die äußeri^atzungen des Gesetzes mit