Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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22, dem Lande der Väter, die Zerstreuung Israels in alle Welt — damit spreizt sich dieser jüdische Schriftgelehrte, darin steht er die rechte Hoheit und eigentliche Bestimmung seinesMolks.. Mer sollte da nicht an die Klage des Propheten denken: „Du schlägst sie, aber sie fühlen es nicht, Du plagst sie, aber sie bessern sich nicht; sie haben ein härter Angesicht, denn ein Fels und wollen sich nicht bekehren!" (Jeremias 5, 3.) Am meisten charakterisirt sich der Geist des Herrn Philippson in den vier ersten Vorträgen dieser Sammlung „über die Geschichte Israels", d. h. über Israels Bestimmung, Ziel, die Mittel Gottes dazu und die Erfahrung Israels." Israels Bestimmung ist es, das Religionsvolk zu sein in der Mitte der Menschheit. Und da „die Religion kein Land ist, so muß, wer sie besitzen will, vor Allem auf äußerliches Befltzthum verzichten." (S. 11.). Das ist tief gesagt. Die Religion ist kein Land, also darf das Religionsvolk kein Land besitzen. Und da die Religion auch kein Brod, Wasser, Kleid ist, so darf das Rcligionsvolk auch diese nicht besitzen, es muß hungern, dürsten und nackt gehen. Mit großer Naivität wendet nun H. Ph. dieses Erforderniß des Religionsvolks auf Israel an. „Also sehen wir Jakob, ob er auch jene Erstgeburt erlangt hat, aus dem väterlichen Hause ohne Hab' und Gut gehen — und so sehen wir auch Israel noch heute ohne eigene Hcimalh, ohne besonderes Vaterland, ohne äußeren Bodeu." (S. 11.) Daß nun zwischen der Zeit Jakobs und der heutigen eine Zeit liegt, in der Israel denn doch ein eigenes Land hattet, davon weiß unser Rabbi nichts; und daß es während dieser Zeit erst recht das „Rcligionsvolk" war, davon will er nichts wissen. Es würde ihn in seinen Deklamationen über die Herrlichkeit des gegenwärtigen Israels stören, wenn er zugeben müßte, daß der Besitz des Landes Kanaan ein wesentlicher Bestandtheil in der dem Abraham gegebenen Verheißung ist, daß das Bleiben in diesem Besitz von der Frömmigkeit Israels abhängig gemacht und die Vertreibung aus Kanaan als Strafe des Abfalls ängedroht ist. Fühlt sich nun Herr Ph. nicht als ein frecher Schriftverdreher, wenn er folgende« jedem Schülkmde bekannten, Stellen liest: