Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12 wer die Blindheit der sich selbst überlassmen, Menschlichen Vernunft in göttlichen Dingen nicht blos in der Geschichte des Heidenthums, sondern auch in der Geschichte der sich von der Offenbarung losrrißmden Philosophie erkannt, der versteht erst vollkommen, wie groß dies Wort ist: Zm Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Du weisest mich in Deinem Briefe hin auf diese Philosophie, als auf etwas, das ich fürchten müßte, als auf ein Licht, von dem ich mit meinem Vesthalten an der geoffenbarten Lehre Gottes nicht bestehen könne. Aber stehest Du nun nicht, daß fie eben der Offenbarung gegenüber als Finsterniß erscheint? Darum fürchte ich fie nicht. Ich sehe, daß das Kind mit seinen einfältigen biblischen Vorstellungen, welche durch die Stimme seines Znnern als ewige Wahrheiten bekräftigt werden, klüger ist als die Philosophen in ihrer Weisheit; wie sollte ich die Weisheit bei ihnen suchen? Kann ich sie auch nicht frei machen von ihren Blendwerken, so sollen fie mich doch nicht irre fuhren. Aber solltest nicht auch Du, wenn Du Dich durch das Gesagte in ein weiteres Nachdenken über Deine Stellung zur Philosophie veranlassen lässest, nicht wieder nüchtern werden und zur Anerkennung einer göttlichen Offenbarung in unsern heiligen Schriften zurückkehren? Doch da hältst Du mir die Kritik entgegen, welche, wie man verkündigt, die Unächtheit und Unglaubwürdigkeit der biblischen Schriften schon hinreichend bewiesen habe. Nun, theurer Freund, da kommen wir auf ein Gebiet, auf welchem ich noch besser bekannt bin, als auf dem der Philosophie. Zch habe von fast allen bedeutend ern Werken, welche einzelne Bücher betreffen oder allgemeinen Inhalts find, Kenntniß genommen, und kann Dir die beruhigende Versicherung geben, daß wenigstens von hinreichenden Beweisen nicht die Rede sein kann. Es ist wahr, man hat vielerlei, und zum Theil scheinbare Gründe angeführt, um zu zeigen, daß einzelne Bücher nicht von den Verfassern seien, denen fie zugeschrieben werden; man hat ferner vieles vorgebracht, um namentlich die geschichtlichen Bücher als unglaubwürdig darzustellen. Aber diese hochgerühmte Gelehrsamkit, welche den Glauben an die Göttlichkeit des heiligen Thenach als eine Thorheit früherer