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Dibre Emeth · 1846-01-01 · Heft 1 (Januar 1846) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
2 (1846)
Issue
Heft 1 (Januar 1846)
Date
1846-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 die Subeit noch ganz unter der Gewalt ihrer Rabbiner; was diese wollen, müssen sie thun, und wehe dem, der es wagen wollte, sich ihrer Macht zu entziehen, er würde sofort in den Bann gethan und auf die grausamste Weise mißhandelt werden, dem er auf keine andere Weise entgehen kann, als wenn er zum Islam Übertritt. So lange daher dieser Zustand dort bleibt, läßt sich auch wenig von einer Umwandlung dieses Volkes hoffen. Gehen wir von Palästina nach Afrika hinüber und wandern an dessen Küste entlang von Egypten bis nach Marokko, so werden wir fast überall dieselben Zustände finden, und nur in Algier werden wir, seitdem dieser Theil der nördlichen Küste Afrikas in den Händen der Franzosen ist, eine günstigere Wendung bemerken. Wenigstens stehen sie nicht mehr so unter dem Zöche der Rabbiner und sind zum Theil auch schon zugänglich für europäische Bildung and mitunter sogar auch fürs Christenthum. Kehren wir von da wieder nach Europa zurück in diejenigen Länder, die von Juden zahlreich bewohnt sind, so sehen wir, daß sich in Ungarn und Polen zum Theil schon die Bildung und die Bestrebungen der neuern Juden Eingang zu verschaffen gewußt haben, besonders im erstem Lände. Dagegen hat der Chasidismus in Galizien, zum Theil auch in Ungarn, Polen und Rußland festen Fuß gefaßt. Es ist dies eine streng thalmudische Seele, welche mit dem größten Fanatismus an den väterlichen Gebräuchen fcsthält, den größten Werth aber in das Aeußere setzt, gegen anders Denkende im höchsten Grade ftindftlig, und unduldsam ist und ihre Häupter als Wunderthätigr und Heilige verehrt. Dabei sollen sich jedoch viele eines unmoralischen Lebens schuldig machen und besonders der Trunkenheit ergeben sein, was seinen Grund darin hat, daß sie ziemlich viel zu trinken pflrgen, ehe sie zum Gebete gehen, um dabei desto fröhlicher zu sein. Wie sich nun in diesen Ländern die Dinge gestalten werden, müssen wir abwarten. Wo der Chasidismus die Oberhand hat, oder auch nur eine bedeutende Partei bildet, läßt sich wenig hoffen, in Ungarn jedoch, wo die Zuden schon ziemlich viel Freiheit genießen, dürfte vielleicht bald eine andere Wendung der Dinge eintrrten und sich für Israel Vieles günstiger gestalten.

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