Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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■ 178 eigener moralischer,Kraft gehalten hätte oder zu halten vermögt«? Nirgend. — Es wird nicht nöthig sein, das Sündenregister der Juden in den Schriften des A. T. aufzusuchen, um diese Behauptung als richtig zu erweisen, da ein Zeder, der das Antlitz Mosis jemals ohne Decke (2 Mos. 34, 30—35) geschaut oder dem das göttliche Gesetz mit seinem verzehrenden Glanze jemals in's Herz geleuchtet hat, wohl wissen wird, wo der Schuh ihn drückt. Israel darf in seinem Herzen nicht sprechen, daß es um seiner Gerechtigkeit und um seines aufrichtigen Herzens willen in das gelobte Land gekommen sei; sondern der Herr hat die Heiden um ihres gottlosen Wesens willen vor ihnen her hinausgestoßen (5 Mos. 9, 4—6). Noch viel weniger wird Zsracl es sich einfallen lassen dürfen, zu sagen, daß es um seiner Gerechtigkeit willen so viel Mal von den Heiden zerschlagen und nun seit beinahe 2000 Zähren gänzlich aus dem Erbe seiner Väter verstoßen worden ist; sondern wird sprechen müssen: das Alles ist über mich gekommen um meines gottlosen Wesens willen. Israel hat also das Gesetz nicht gehalten, und der Fluch des Gesetzes, wenn auch nur äußerlich und nicht in der noch zukünftigen Seelenqual sichtbar, hat ganz augenscheinlich nicht gefeiert. Was aber von den Juden gilt, gilt ohne Ausnahme von allen Menschen, von welchen Keiner, auch nicht Einer das Gesetz zu erfüllen vermag. Aber Br. Herzfeld vielleicht? Nun wohl: ist der Pharisäer im Evangelio (Luc. 18, 9 —14) sein Vater, so müssen wir ihn des Anstandes wegen wohl in dem Wahne lassen, daß er das Gesetz gehalten habe und zu halten im Stande sei; können aber doch nicht umhin, nachzuweisen, daß sein Messias (das Sittcngesctz des Zudcnihumö) weder die Kraft, noch die Bestimmung hat, irgend eines Menschen Her; zu heiligen oder von Sünden zu reinigen; sondern daß hierzu der wirkliche Messias mit seinem neuen Bunde (Ebr. 10, 4 — 29) erforderlich ist. Zu dem Ende wollen wir nun zunächst den Aftermessias des Herrn Br. H. vor das Forum des ehrlichen M. Luther ziehen, daß er ihm sein Recht anthue und ihm die Messiaswürde, die ihm nicht gebührt, wieder abstreife. Der alte Martin läßt sich also vernehmen: