Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1845-09-01 · Heft 9 (September 1845) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 9 (September 1845)
Date
1845-09-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2554541-2554542-2554552--00166-2555938
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

noch eines Opfers zür Sühne bedürfe. Die Propheten "stellen sich der Tora gegenüber, daß das reine Herz ja genüge. Der Thalmud schwankt Uvischen beiden,-indem er doch die Opfer durch das Lesen det Gesetzesstellen ersetzen will. Wir müssen klar darthnn, daß Uns die Innerlichkeit genüge, daß wir den höhern Standpunkt inne habm." Herr A. Adler findet in dem Opfer nur die Andacht, und Herr Auerbach hält das Opfern für einen Akt der Hingebung an Gott. Nur Herr Philippsohn entwickÄt seine Ansicht über das Opfer in einem längeren Vorträge Wd definirt den Hauptbegriff desselben als: „die Loslösung des Geistes vom materiellen Leben und Erhebung desselben zu Gott vermittelst der Läuterung." Eine nähere Mittheilung, wie er diese Idee entwickelt, würde uns hier zu weit führen, vielleicht aber bietet sich uns ein andermal eine passende Gelegenheit dar. So viel jedoch wird aus Msen kürzen Mittheilungen hervorgehen, daß das Typische, Vorbildliche, in den Opfern mit keiner Sylbe erwähnt wurde, vielweniger noch es auch die leiseste Anerkennung fand, was natürlich mit der schriftwidrigen Auffassung der' Messiasidee aufs genaueste züsammenhängt. Hätte man in dem Messias einen Erlöser erkannt, nicht von der leiblichen Knechtschaft, sondern von der geistlichen, von der Sünde, dann würde man auch den rechten Begriff des Opfers'gefunden haben, yämlich den des Vorbildes auf den Messias. Bei der Mittheilung des Austritts der beiden Rabbiner vr. Frankel und L. Schott aus der Rabbinerversammlnng, fügt der Frankfurter Berichterstatter tut Orient hinzu: „Wer die frivole Haltung Und das altjüdische Witzeln, das rücksichtslose Stürmen auf alles Ehrwürdige angehört, wer die bttrschikosen Witze des Hamburger Predigers, die trivialen/ auf dem Trödelmarkt oder in den Schenken gebrauchten Ausdrücke aus dem Munde eines Kirchenraths und Rabbiners in einer Rabbiner- Versammlung belachen gesehen hat; wer die seichte Begründung eines Dr. Herzfeld, die biblische Kritik eines Jolowicz, sich zu Herzen nahm, wie es bei einem großen bcr 3ü^ßr^r fiatffanb, t>er faim es wahrlich den Erwähnten nicht verargen, eine "Versammlung verlassen zu haben, die einer Rabbiner-Versammlung so wenig entspricht." Aehnliches wurde auch in der Voßischen Zeitüng. mitgetheilt. Wir können natürlich diese Rachtichten nicht verbürgen. Doch nur deswegen, weil eben kein Mensch ein reines Herz hat, und auch nicht sich selbst machen kann. Dieß Matt erscheint monatlich in einem Bogen und kostet der Jahrgang 15 Sgr. Bestellungen nehmen, außer dem Herausgeber selbst, alle' Buchhandlungen an. SedruSt und in Commission vei Trowitzfch und Sohn in Frankfurt ü. d.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.