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Dibre Emeth · 1845-09-01 · Heft 9 (September 1845) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
1 (1845)
Issue
Heft 9 (September 1845)
Date
1845-09-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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. ■, , ■ 138 . , , da wir auf verschiedenen Boden und unter ungleichen Himmel verpflanzt find! Und doch lebten wir beständig unter Juden und rüh- NW^uvs, Juden ^geblieben zu sein! -Welche Verschiedenheit der Richlu^gln, Ansichten und Sitten stützt das voraus in unserm Wolke, das noch vor 60 bis 80 Zähren sich durch die Einigkeit in seinen religiösen Ueberzeugungen und durch Gleichheit seiner Gebräuche auszeichnete! Was ist denn nun Zudenthum und was will aus den Juden werden? So fragt Mancher, dem sein und seines Volkes Wohl am Herzen liegt, mit Besorgniß. Ich habe sie auch aufgeworfen diese Fragen; mich beunruhigen sie nicht. Zch habe einen Standpunkt gefunden, von dem aus ich ruhig dem einstweiligen Durcheinanderlaufen der Menge zusehen kann, weil ich auch -schon-den Weg erblicke, auf welchem sie sich vereinigen und dem gleichen Ziele zueilen werden. Du wirst mich besser verstehen, wenn ich npn auf Deine Bitte mein Urtheil über die in den mitgetheilten Briefen enthaltenen Ansichten ausspreche; denn das ist ohngefähr dasselbe, als wennich auf die angeführten Fragen Antwort geben soll. Zuvörderst kann ich nicht unterlassen, meine Verwunderung auszudrücken, haß Du im Lande der Aufklärung und ihren steten Einflüssen ausgesetzt, so starr an dem alten Glauben vestgehalten hast. Zch kann es nicht leugnen, daß ich Dich wegen Deines Zurückbleibens hinter den Fortschritten der Zeit bedaure, aber doch achte und ehre ich Deine Grundsätze. Es sind die Grundsätze unserer Väter, welche wohl wußten, was sie setzten und wollten. Und obgleich ihre Zeit vorüber ist, so habe ich doch hundertmal mehr Rcspect vor ihrem Halten an dem überlieferten Buchstaben der Schrift und den daraus entwickelten Satzungen, als vor den Meinungen und Vorschlägen vieler Rabbinen unserer Tage, die in ihrer Einbildung sich zu Reformatoren berufen glauben, und doch nicht wissen, was und wohin sie wollen, und. sich daher offenbar in Widersprüche verwickeln, oher durch geschickte Verdeckung derselben die Menge täuschen. Zn die Schule solcher Leute ist unser Freund Simon gerathen und über die Unklarheit und Zweideutigkeit noch nicht hinausgekommen.

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