Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- Heft 4 (April 1845)
- Date
- 1845-04-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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63 durch vielleicht noch zum Bewußtsein ihrer Schande kommen, und sich zu Gott in wahrer Buße bekehren möchten. Zuletzt noch ein Wort an meine christlichen Leser. Es wäre wohl möglich, daß bei diesem oder jenem ein bitteres Gefühl gegen Israel aufgetaucht sei; das aber sollte meine Mittheilüng duvchüUs nicht bezwecken, ich wollte damit vielmehr zum Mitleid bewegen. Und in der That ist ja auch ein Volk, eine Glanbensgenoffenschast, die sich von ihren Gelehrten so behandeln lassen muß, im höchsten Grade bcmitlcidenswerth! Denn die Armen werden ja unbewllßt wie Schlachtschafe dem Tode, zwar nicht dem leiblichen, sondern was viel tausend Mal schlimmer ist, dem ewigen Tode entgegengeführt. Und dem sollten wir ruhig und mit kaltem Blute zusehen können? Das sollte nicht Mitleid und herzliches Erbarmen mit ihnen in unserer Brust erwecken? Wahrlich! dann hätten wir unsere Christenpflicht oder vielmehr unsere Vorrechte als Christen noch wenig erkannt. Und leider! sind diese Vorrechte gerade in Bezug auf Israel bisher selbst von gar viel sonst wackern Christen,— man verzeihe mir diesen Vorwurf, er gilt zum Theil auch mir selbst, — nicht erkannt und geübt worden. Leider! hat man bisher gerade am welligsten an das Heil Israels gedacht, von dem doch llllser aller Heil kommt. Mit Gleichgültigkeit, mit Kälte und Verachtung hat man das arme Volk behandelt und ihm so manche Ullbill und manches Unrecht zugefügt. Damit aber werden wir mmmermehr Vertrauen und Liebe weder zu uns, noch zu unserm Glauben in ihrem Herzen erwecken, das kann nur durch Beweist aufrichtiger Liebe und herzlichen Mitleides geschehen, mld für solche wahre Beweise der Liebe ist der Israelit wahrlich nicht weniger empfänglich als der Christ. Wenn uns daher das Heil Israels wirklich am Herzen liegt, wie es nicht anders fein kann, wenn wir anders lebendige Glieder am Leibe Christi sind, so müssen wir diesen! Volke dies auch mit der That beweisen, wir müssen uns desselben im Leiblichen wie im Geistlichen annehrnen und es in beiderlei Beziehungen vor seinen Feinden vertheidigen und zu schützen suchen, selbst dann noch, wenn wir auch deswegen verkanllt und von Einzelnen oder von Vielen geschmäht und gelästert würden, wie dies, von vr. F. und seinen Berichterstattern geschieht; denn nur durch Liebe werden , wir siegen. —