Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 69)
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lieh inbezug auf die Aussprache des Kamez, des Zere und des Cholem. Das Kamez wird bei den Asehkenasen wie ein ״o“ ausgesprechen, in Polen in den offenen Silben oft wie ein ״u“, bei den Sefarden und den Babyloniern dagegen wie ein langes ״a“. Es ist jedoch zu merken, daß das ״a“ bei der Dehnung in ein ״o“ übergeht, wie etwa im schwedischen ״a“ oder im englischen Worte all. (Vergl. Gesenius und Bauer-Leander). Nach Idelsohn wird dieser Vokal in Jemen wie ein langes ״o“ gesprochen, in Dagestan wie das lange russische ״o“. Wir gehen nicht fehl anzunehmen, daß das lange Kamez ein Diphthong ist, welcher mit ״a“ anfängt und auf ״o“ schließt, denn sonst könnte er nicht derart verschieden gelautet und gehört werden. Hierfür liegt noch ein anderer zwingender Grund vor. Jedes hebräische Wort ist ein harmonisch geschlossenes Ganzes, indem es ent weder auf einen Konsonanten oder auf einen geschlossenen Vokal auslautet, Sogar das ו und י wurden früher nach Behauptung der hebräischen Sprachforscher mit einem hörbaren Konsananten am Ende des Wortes ausgesprochen. Es scheint deshalb ganz falsch, das י- und יT am Ende des Wortes als ein bloßes ״a“ oder ״oa auszusprechen, z. B. in dem Worte Sinai. Wo ein offenes Patach am Ende des Wortes steht (in den Silben ה ע ö), wird es bei der Aussprache vor den Konsonanten gestellt. Das lange Kamez kann am Ende des Wortes keine Ausnahme von dieser Regel bilden und soll ebenfalls in ein geschlossenes ״oa hinüber gleiten. Die Bemerkung von Bauer-Leander, daß die Palästinenser die Fähigkeit verloren hätten, ein langes offenes ״a“ auszusprechen und deshalb ein a-0 sprechen, scheint nicht einleuchtend, da doch der Laut ״a“ am leichtesten von allen zu bilden ist, hingegen ist es viel wahrscheinlicher, daß die Juden im Galuth die Fähigkeit verlernt haben, das diphthongische a-o richtig zu sprechen. Uebrigens haben die Namengeber den Vokal Kamez auch für geschlossen gehalten, da das Wort Kamez (babyl. מיקפץ סומא) Schließen des Mundes bedeutet.