Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VIII (5698) 1937/38
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Belongs to
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ג Rabbiner Esra Munk נ״י. Der ehrlichen Bescheidenheit des Jubilars würde es nicht entsprechen, wollte man sein Wesen, dem gerecht zu werden, eine nicht eben leichte Aufgabe ist, mit Worten des Lobes zu schildern versuchen. Um es auch nur in Umrissen zu begreifen, dürfte es wohl am besten sein, den Jubilar in seine Zeit hineinzustellen und zu zeichnen, wie er geworden ist und wird. Denn das ist die vollkommenste Kennzeichnung: Der Jubilar ist ein ständig Werdender, darin erweckt er Erfüllung der Verheißung Jesaias וקרי ד«, יחליפו כה* Von drei Männern dringt alte Kunde zu uns, daß sie drei Welten gesehen, Blüte, Welken und neue Blüte*, von Noah, Job und Daniel. Noah sah eine Erde Frucht tragen, er sah sie ertränkt in brausenden Fluten, er sah sie wieder Keim bergen und Frucht tragen. Job erfreute sich frohen Gelingens in Haus und Erwerb, er mußte den Untergang dieser Güter erleben und freute sich schließlich neuen Blühens und Gelingens. Daniel endlich sah den ersten Tempel, er w7einte an seinen Trümmern und durfte Miterleber der Botschaft des Cyrus sein, der dem jüdischen Volke sagte, wer unter ihnen Mithelfer am Wiederaufbau des Tempels sein wolle, der ziehe hinauf. Wer mitfühlend und mitschauend die jüngsten 70 Jahre erlebte, in dessen Brust ward dieser Dreiklang zum harmonischen Accord. In das ehrwürdige Alter des Soharwerdens verliert sich die Kunde, daß in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Weisen der Welt der Natur Geheimnisse ablauschen werden, von denen selbst König Salomo nichts ahnte. Seltsam ist es: in denselben Zeitraum fällt auch das Gesprengtwerden der Ghettotore. Alle jüdischen Menschen, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickten, deren Eltern den ernten Aufstieg der Technikwunder staunend gesehen, die ersten zaghaften Schritte aus dem Mittelalter in eine ״neue Weit“ versucht hatten, mußten sich mit dieser ״neuen Welt“ auseinandersetzen. Mutvoll hatte der Onkel des Jubilars, unser unvergeßlicher Rabbi Esriel Hildesheimer זצ״ל dieses Werk begonnen, und die Wellen dieses Woilens schlugen in das stillumfriedete Elternhaus des Jubilars, des Rabbi Elijahu Munk זצ״ל und seiner gleichgesinnten Gattin ע״ה der Schwester des mutvollen Kämpfers. Es war und bleibt ja