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Nahalat tsevi · 1937-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1937) · p. Seite 285

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 10-12 (Juli 1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 285 (sequence 35)
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255 geboren und gehört gleichfalls zur Familie Katzenelenbogen. Im Haufe Rabbi Jacobs lebten daher uralte Traditionen. Rabbi Jacob Pinchas war gleich voller Bewunderung für Mordechais ungewöhnliehe Gaben. Da er felbft einen Sohn hatte, deffen Begabung wenig zu der Tradition jenes Haufes paßte, regten lieh in der Mutter des Knaben Gefühle des Neides und der Eiferfucht auf Mordechai. Mit wehem Herzen und mit neidifchen Blicken fah die Mutter auf den ungleichen Wetteifer der beiden Knaben. AU Mordechai 13 Jahre alt geworden war, feierte Rabbi Jacob feine P armizwoh in Anwefenheit aller Prominenten Öttingens. Mordechai überrafchie bei diefer Gelegenheit feine Gönner und Gaftgeber mit drei vollftändig abgefchloffenen Werken, die der Knabe felbft verfaßt hatte. Das erfte Werk war ein Kommentar zur Thauro, das zweite eine Erklärung zur Hagada fchel Peßach, und das dritte war eine Sammlung von Chidufchim zu גפ״ת, d. h. zu Gemoro, Poskim und Tenach. Rabbi Jacob geriet in helle Begeifterung über diefe Erftlingsarbeiten Mordechais. Anders war die Wirkung bei der Frau des Rabbi Jacob. Neid und Eiferfucht auf Mordechai beherrfchten fie vollkommen. Als Rabbi Jacob mit feinem Sohne und Mordechai ins Lehrhaus lieh begaben, ftürzte (ich die Frau des Rabbi Jacob auf die Manufkripte des Knaben, zerriß fie und warf fie ins Feuer. — Wochen und Monate lang trauerte Mordechai den Erftlingskindern feines großen Geiftes nach, er war nach diefem Vorfall nicht fähig, ein Buch zur Hand zu nehmen. Schließlich fuchte er und fand Troft im fleißigen Sichveriiefen in einzelne Teile des Tenach und im agadifchen Teil des Talmuds. Ganz wiedergefunden hat Mordechai lieh erft in Förth, wohin er fünfzehnjährig überfiedelie, um in die Jefchiwa des hochberühmten Gaon Jofef Steinhart, des Verfaffers der Refponfenfammlung זכרון יוסף einzutreten. Unter den Hunderten von hervorragenden Talmudjüngern, die Rabbi Jofef Steinhart um fich fcharie, und unter■־■ der Einwirkung der methodifch klaren und fcharffinnigen Art, mit der Rabbi Jofef Steinhart den Talmud und die Poskim erklärte, lebte der Jüngling wieder auf. Bis zum Jahre 1761 verblieb Mordechai in Fürth. Gabriel Markbreiter, der bewährte, ftets hilfsbereite Gönner und Freund des Jünglings, ift wieder zur Stelle. Auf feine Veranlaffung kehrte Mordechai nach Nikoisburg zurück. Dort verlobt fich der 18 jährige Jüngling mit Sara Finkei, der erft 14 jährigen Tochter des Nogid Gumpel Proßnitz. Auf Wunfch des Schwiegervaters reift Mordechai zur Vervollkommnung feiner Studien 'nach Prag.

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