Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 7-9 (April 1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 340 (sequence 66)
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140 kleinen Büchelchen mit den Klaffenliften denken, die ihm beim Unterricht und den Prüfungen dienlich waren, die mit eigener Hand gefchriebenen Schulberichte, Programme für Schlubprüfungen und Schlubfeiern fowie Stundenplanentwürfe - weder eine ftenographifche Hilfe noch das technifche Wunder der Schreibmafchine ftand ihm zur Seife, um feine koftbare Arbeitskraft und Zeit zu fchonen. Auch der laufende Verkehr mit der ftaatlichen Schulauffichisbehörde brachte zeitraubende Verpflichtungen, denen lieh Rabbiner Hirfch mit der ihm eigenen Gewiffenhaftigkeit und Gründlichkeit unterzog. Ein dokumentarifches Zeugnis liegt uns vor. Die vorgefetzte Schulbehörde hatte im Februar 1670 unter Bezugnahme auf ein Gutachten von Prof. Virchow über die Gefundheitspflege in den Schulen aufgefordert, zu diefer Frage Stellung zu nehmen. Rabb. Hirfch kam diefer Aufforderung in einem umfangreichen Memorandum nach, deffen Gedankengänge in ihren wichtigften Grundzügen hier wiedergegeben feien. Die Anficht, dab vom Schulleben gefundheitsfchädliche Einflüffe auf die heranwachfende Jugend ausgehen, fei eine wiffenfchaffliche Frage, die noch nicht genügend geklärt fei. Solange dies nicht der Fall fei, müffe vermieden werden, dab das grobe Publikum durch vorzeitige Verbreitung diefer Meinung in Unruhe verfetzt werde. Er empfehle, gleichzeitig auch die Frage des wohltätigen Einfluffes des Schullebens auf die Gefundheit der Schüler zur Diskuffion zu fiellen: die innige Verbundenheit von körperlichen und geiftigen Kräften rechtfertige die Behauptung, dab eine vernünftige und zweckentfprechende Pflege der geiftigen und feelifchen Kräfte auch dem Gefamtorganismus zu Gute kommen müffe. Aber auch ehe der ganze Fragenkomplex endgültig geklärt fei, feien die Schulen auf eine Reihe von Mabnahmen hinzuweifen, die auf jeden Fall die Gefundheit der Schüler zu fördern geeignet feien. Es folgen Vorfchläge betr. Lüftung der Schulräume, für die fanitären Anlagen, Überwachung der Heizung, Anpaffung der Schulbänke an die Körpergrobe der Schüler, Sorge für entsprechende Beleuchtung der Schulräume, gut gedruckte Schulbücher u.f.w. Befondere Berückfichtigung der körperlich fchwachen und minderbegabten Schüler durch die Lehrer, ohne dab dadurch das Niveau der Klaffe zu leiden brauche. Achtung auf Körperhaltung während des Unterrichts. Weife Befchränkung des fog. Nachfitzens, wie überhaupt der Schutftrafen. Ganz befonders wird die Einrichtung des Unterrichts im Freien empfohlen. Möglichfte Befchränkung der häusliehen Aufgaben. Der Gedanke fei nicht von der Hand zu weifen,