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Nahalat tsevi · 1937-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1937) · p. Seite 130

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 4-6 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 130 (sequence 44)
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130 . heute Widerhall finden von einem Ende der Erde zum anderen. Ihr Schweigen oder ihr tatfremdes Wortgeklingel kann — der Himmel verhüte es! — unter den Trümmern des Nationalheims auch die Aguda begraben. Ist der Zionismus von Ironie bedroht, so die Aguda — es sei offen ausgesprochen — von — Lächerlichkeit. Lächerlichkeit entsteht zumeist bei höchst augenfälligem Widerspruch zwischen Wollen und Können. Vermag die Aguda nicht einmal den relativ geringen Monatsbedarf im Lande sicherzustellen, rüttelt sie nicht einmal der heutige herzzerreißende Anblick des Nationalheims empor, so mag sie wissen, daß Ironie verwundet, Lächerlichkeit aber, wenn verdient, — tötet. Agudisten, rettet die Aguda! Rabbi Samson Raphael Hirfch ד.זצ״ל Von Rabb. Dr. I. Weinberg-Berlin. Herrn Dr. Landau gebührt der Dank der Orthodoxie, daß er es unternommen hat, für Rabbiner Hirsch und seine Lehre Verständnis zu wecken. Rabbiner Hirsch zählt zu den groben Männern des Judentums, die nie voll und ganz begriffen worden sind; von seinen Anhängern ist er nicht genügend verstanden, von seinen Gegnern mißverstanden worden. Das Lebenswerk Rabbiner Hirschs erschöpft sich nicht lediglich in der Wiederentfachung des erloschenen jüdischen Lebens in Deutschland. Er war einer der größten Lehrer des jüdischen Volkes, er war vielleicht der größte jüdische - wirklich jüdische -Religions- Philosoph der letzten Zeit. Seit Abravanel hat das jüdifche Volk keinen Mann von solchem Format besessen, der zugleich Religions- Philosoph, Bibelkommentator und geistiger Führer seiner Zeit war. Der Umstand, daß er seine Werke in der deuifchen Sprache abgefaßt hat, gehört mit zu den vielen tragifchen Zügen des jüdifchen Golus: wären sie hebräifch gefchrieben, so würden sie den Bücherfchrank jedes jüdifchen Menfchen fchmücken. Sein *) Eine Rede (mit einigen Kürzungen und Ergänzungen), gehalten an einem Diskussionsabend zu dem Referat von Herrn Dr. Maximilian Landau: ״Samson Raphael Hirsch und unsere Zeit“, das bereits im Nachlath Zwi VII, 1—3 erschienen ist.

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