Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 25)
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111 ihr solltet nicht sehnsuchtsvoll der Weisungen (פקודים) harren, nach denen Gott sein Gut verwaltet wissen will? — Das gilt nicht nur, wenn der Chaurew an Eltern seine ergreifende Mahnung richtet und ihnen die heiligen Pflichten der Erziehung deutet den teuersten Pfändern gegenüber, die Gott ihnen anvertraut, — sondern auch, wenn er Gottes heilige Forderungen vergegenwärtigt in dem Augenblick, da der Mensch sich anschickt, der letzten Kreatur, der letzten Pflanze seinen Willen aufzuzwingen. — Wenn ihr nun einen Augenblick eures Lebens froh werden wollt, dann müßt ihr diesen göttlichen Weisungen gewissenhaft entsprechen — משמחי לב denn nur aus dem Bewußt־ sein erfüllter Lebenspflicht quillt euch beglückende Lebensfreu־ digkeit. Der Chaurew will euch dazu verhelfen. — מצות ה׳! Ihr wißt euch von Gott auf euren Lebensposten gestellt, — nur Gott vermag euch zu sagen, was eure Pflicht,; und euer Auge starrte in undurchdringliche Nacht, wenn nicht der Lichtstrahl göttlicher Lebensweisung sie euch erhellte — מצות ה' ברה מאירת עינים Und im Zeichen gottgewollter .מצוד wird auch Liebe zur Pflicht: Gott, der euch auf euren Lebensposten ruft, fordert, daß euer Leben sich in Liebestaten auswirke, deren Wundergröße der Chaurew im Abschnitt der מצות kündet. יראת דר טהורה Und nimmer darf und kann euch danach Gottes־ furcht auf dem Boden schwankender Gefühle bestehen, die, wären sie (wie man oft denkt) auch noch so wahr und echt empfunden, nicht retten vor Täuschung, da sie sich anmaßen, Gottes Gedanken und Gottes Wege erahnen zu können. Gottes Thauro allein verhilft euch zu jener einzig möglichen Gottesfurcht, die עומדת לעד, hinausgehoben über im Dämmer schwankender Gefühle erzeugte Ahnungen, das Leben zu עבודת ה׳ ge־ staltet, zu einem Lebensgottesdienst, in dem Gottesfurcht erst zur Wahrheit wird. Solche יראה rechnet mit der göttlichen טהרה- Kraft, die Gott dem Menschen verliehen: an sie appellieren die großen ergreifenden Kapitel, in denen der Chaurew zur T’schuwo ruft, zur Heiligung der Ehe und des Genusses, zur Heiligung; des Lebens, die das ganze Leben des Juden zum Lebensgottasdienet weiht. Und schließlich משפטי ה, אמת : ihr ersehnet Gottes Recht, weil ihr mit eurem Leben gerecht dastehen wollet vor Gott. Dann aber hat euch Gottes משפט nicht nur soziales Leben zu deuten; Gerechtigkeit gegen Gott, gegen Natur und nicht zu allerletzt gegen euch selber muß euer Leben ersehnen. Dieses Recht