Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 87 (sequence 89)
- Belongs to
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87 kommen, lehrt uns eine der vorgenannten ähnliche Schrift: Größenordnungen des Lebens, Studien über das absolute Mab im biologifchen Gefchehen, von A. Berr, mit 17 Abbildungen, München- Berlin (Oldenbourg) 1931, kl. 3°, 106 S. - Stellenweise lesen sich diese Beirachiungen über die verschiedenen Groben- und’Wachstumsverhällnisse lebender Wesen wie die Gottesfragen des 38. jobkapitels in der biologifchen Ausdeutung, die ihnen die Jezira- Einleitung des Pseudo-Rabed gibt. Sprachlich erreicht dieses Werkchen nicht die mitreibende Darstellungsgewalt des vorgenannten, erklärt dafür aber um so ailgemeinversiändlicher die Einzelheiten. Deutlieber als je bisher lernen wir hier, dab hinter allen Erfcheinungen der organischen Welt nicht nur ein ״Wieviel״, sondern vor allem ein ״W er" steht. Und auch hier wird die neue Erkenntnis keineswegs zum Anlab absprechenden Urteils gegen die Gedankenleisiung des 19. Jahrhunderts. Diese letztere wird vielmehr als Brücke anerkannt, auf der auch wir noch stehen, als Weg zu einem Ziele, das wir noch nicht kennen. Und auch Berrs Werk nötigt uns, zu den Schächten unseres geheiligtesten Wissens hinabzusteigen und Vergleiche anzustellen. B. C. .לפרקים, מאת הרב יחיאל יעקב ווייננרג, קובץ של נאומים, דבורים ומאמרים תרצ״ו. Im Anfchlub an die bekannte Stelle in t.o מם׳ בב״ק, wo das Verhältnis von Halachah und Aggadah durch das Bild des Mannes, der eine junge und eine alte Frau hat, von denen jede den Mann fich gleich zu fehen wünfchi, treffend gekennzeichnet wird, wertet der rühmiiehfi bekannie Rektor des Berliner Rabbinerfeminars Dr. W e i n b e r g die Bedeuiung der Aggadah im jüdifchen Schrifttum. Während die Halachah Wahrerin des Alten ift, die bewährte Grundlage für das jüdifche Leben der Praxis und zugleich die Bürgin für die hifiorifche Kontinuität im Volksleben, ift die Aggadah jung; in ihr lebt (ich der Formungstrieb der jüdifchen Seele aus, fie ift fortwährende Neufchöpfung der jüdifchen Pfyche. Die Aggadah ift Vielen die höhere Wahrheit im Judentum, weil fie durch Intuition die Wahrheit erfchaut, während die Halachah ihre Refultate erft langwierigen Verftandesoperationen verdankt. Rabbi Jizchok wollte feinen Schülern einprägen, dab fie nicht einfeitig werden dürfen. Gewib ift die Halachah die fefte Mauer und der unverwüftiiehe Zaun um das prakiifche Leben des jüdifchen Volkes, damit diefes Leben (ich ewig in den urfprünglichen Formen und in dem alten Rahmen abwickle, aber die Aggadah ift der ewige Jungbrunnen