Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 20 (sequence 22)
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noch tieferer Anbetung des Einen-Einzigen führen, dessen un־ endlicher Schöpferweisheit und ewiger Schöpf un gsgesetz - Allmacht das Schaffen eines einzigen formlosen Keimchens und das Geben eines einzigen Gesetzes der ״Anpassung und Vererbung“ genügte, um aus dem scheinbar regellosen und doch so tief geregelten Ungefähr die ganze Mannigfaltigkeit der in ihrer spezifischen Eigentümlichkeit doch so stark und so konstant gesonderten Gattungsformen hervorgehen zu lassen, in welcher sich gleichwohl sein lemino- (Gattungs-)Gesetz der Schöpfung verwirklicht. Denn dieses lemino-Gesetz, auf welches das Judentum einen so bedeutenden Nachdruck legt und darin seinen Bekennern das Walten des Gottesgesetzes über alle organische Wesen vor Augen führt, es muß doch selbst diese Gattungs-Entstehungs- Theorie bestehen lassen, ihr Vererbungsprinzip ist ja nur eine Umschreibung des alten jüdischen 1 emino - G es et z es, nach welehern jedes Individiuum normal seine spezifischen Eigentümlichkeiten auf seine Nachkommen vererbt, ein Schöpfungsgesetz, das doch mit solcher Allmacht die organische Welt beherrscht, daß selbst in Mumiensärgen gefundene Samenkörner noch nach Jahrtausenden ihre Keimkraft treu bewahrt und, gesäet, ganz den Pflanzen ähnliche Pflanzen erzeugte, die in der Umgebung ihrer Gräber wuchsen, und daß doch seit historischem Menschengedenken kein Landmann mit blindem Griff etwa Gerste säete, wenn er Weizen gewinnen wollte. Daß eine Ablenkung dieser normalen Gattungsentwicklung durch äußere Einwirkung möglieh sei, das hat das alte Judentum sehr wohl gewußt und daher aus ethischen Gründen, um sie in Huldigung des Weltgesetzgebers zu erhalten und Seine Weltordnung ihnen stets zum Bewußtsein zu bringen, seinen Bekennern jede Willkür in Behändlung der organischen Welt und jede Kreuzung organisch geschiedener Gattungen untersagt. So, wenn einst diese ganze Theorie sich doch als etwas mehr als spekulativer Traum erweisen sollte. Inzwischen wird es jedoch dem Judentum wohl gestattet sein, an dem Vorhandensein dieser Theorie seinen: Zoglingen einmal den Grad der Haltbarkeit und Wandelbarkeit so mancher mit so entschiedener Zuversicht der jüdischen Gottes- und Menschenlehre entgegen gehaltenen Behauptungen zu veranschaulichen. Wieviel Dezennien ist es her, daß man die Rassen- Verschiedenheit des heutigen Menschengeschlechts dem biblischen Berichte von der Abstammung der Menschen von einem Menschenpaare entgegenhalten zu können vermeinte? Und nun wird