Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 287 (sequence 33)
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28? brachtes Leben bestimmt sind. Eine zweite Richtung fordert eine Vertiefung und Verinnerlichung durch das Studium von ספרי מוסר. Ich kann dieser Richtung ein herrliches Mu&arbuch empfehlen und das ist der Hirschische Chaurew. Wollen sie etwas über לשון הרע wissen, so müssen sie das Kapitel 52 im Chaurew nachlesen. Wahrlich, auch der חפץ חיים hat es nicht eindringlicher gesagt, als der angeblich so rationalistifche Hirfch. Und wer etwas über Sittenreinheit, über פרישות und טהרה wissen will, der lese die Kapitel 65, 66 und 67 des Chaurew. Noch heute gehen Schauer durch meinen ganzen Körper, wenn ich an die Wirkung denke, die diese Kapitel in mir auslösten, als ich sie zum erstenmal las. In keinem Mufearsefer der Welt finden sich eindringlichere, tiefere, wärmere und wuchtigere Worte als in diesen Kapiteln, in denen der ״rationalistifche Hirfch״ Jiferoels Jünglinge und Jungfrauen, die Söhne und Töchter seines Volkes, zur Lebensheiligung aufruft. In jeder Jugendgruppe der Agudas Ji&roel sollten diese Kapitel meinetwegen zweimal monatlich verlesen werden, um wirkliches מוסר zu hören. Und wer von der Glut der Hirfchifchen Beirachtungen in seinen Gesammelten Schriften nicht erwärmt wurde, der wild durch חובת הלבבות und מפלת ישרים auch keine Verinnerlichung erfahren. Es ist nun einmal nicht anders. Dieser moderne Hirfch ist eben ein Vertreter des wirklichen, ganzen alten Judentums, das ewig und einzig ist. Als Fortentwicklung seiner organisaiorifchen Arbeit innerhalb Deutfchlands entstand die Agudas-Jißroel, die im Gegensatz zum Liberalismus, dessen ״neuer Weg״ aus dem Judentum hinausführt, und im Gegensatz zum Zionimus, dessen ״neuer Weg" ein ganz neuartiges Judentum fchaffen will, ein ״Trotzjudentum״ rein völkifcher Art, nur das ״alte Judentum״ kennt und im Sinne seiner Thora alle Fragen lösen will. Was ist altes Judentum? אתה אחד ושמך אחד ומי כעמך ישראל גוי אחד בארץ Wie Gott einzig und einzigartig ist, wie von ihm eben nichts anderes ausgesagt werden kann, als daß er Gott ist, so kann auch von seinem Volke nur ausgesagt werden, daß es Sein ,Volk ist. Es gibt eben keine Analogie weder für die Einzigkeit und Einzigartigkeit Gottes noch für die Einzigkeit und Einzigartigkeit seines Volkes. ואין יחיד כיחודו Das jüdifche Volk ist nicht Volk plus Thora, nicht Volk plus Gott, sondern es ist Gottesvolk, es ist Gottesthoravolk, in ihm werden diese Begriffe zu einer Einheit. Es ist die Konkretisierung und der äußere Repräsentant der von Gott gedachten und von Gott gewollten Thora. Ein jedes Glied des Volkes ״Stätte der Gottesoffenbarung״. Und diese Einheit von Gott, Thora und Volk legt uns die Ver-