Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 72)
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182 Strafend und heilend, föhnend und kompenfierend waltete feine heilige Hand über uns, dab wir unteres Adels nicht verluftig gingen, Volk feines Staates blieben, Vortrupp feines Reiches, Bannerträger feines groben Namens. Sch’chinofern, entmachtend ging es abwärts, und dennoch — vorwärts. Auch der zweite, der Torfoftaat, fiel durch untere Schuld. קנאה hatte uns zu fchwach gefunden. Und weiter ftand Gottes grober Name fordernd über uns, feinen Schuldnern. Fordernd, nicht verwerfend. Fordernd, alfo helfend. Sch'chinofern, entmachtend ging es weiter abwärts, und dennoch - vorwärts. Längft ift der Gottesftaat himmlifch geworden, nur durch (Refpekt und Verftändnis heifchende) Zwangsgaftfchaft uns legitimierend. Auf Erden blieb allein noch die Gemeinfchaft der J’rei’im, machtlofer Hort unteres Lebens und Friedens, kosmifches Kraftwerk feelifcher Freiheit — ruhmreiches Ja’kauw-Jibroeil trotz allem. Immer noch vorwärts? - Noch immer. Sein grober Name kapituliert nicht. Aber wie vorwärts! wie kläglich, wie fchleppend! Und doch liegt diefes Wie nur an feines Namens Trägern, an dir, Jude, an dir, Jüdin. Kannß du es da verantworten, läffig und feige zu fein? Oder bift du gar fo unkultiviert, fo roh, mit deiner Freiheit Gottes Freiheit zu ftoren?i6 Alles hängt daran, Leid und Freud deiner Seele, deines Volkes,17 der ganzen Welt,18 deines — Königs und Vaters.19 Von Ohnmacht gefeffelt liegt ^כנסת ישר untere alte furftliehe Mutter danieder. Kannft du fo graufam fein, ihrer gelähmten Hand, die dir nicht zu wehren vermag, durch Ungehorfam zu fpotten? kannft du fo gefühllos fein, kein Mitleid zu fpüren mit ihrem Leid? fo lieblos, nicht mit bangender Kindesliebe ihren Cchwachen Atem zu hüten und das herzzerreibende Flehen ihrer Augen zu lefen? fo undankbar, nicht alles zu opfern, um fie zu pflegen und aufzuriditen? fo ehrlos, fie nicht heimzuführen zu deinem Vater?20 Ihr Herz, die Gemeinfchaft der J’rei’im, ift krank und gebrochen vor Weh und Ach. Um die Gottesftaatlichkeit — רוח אפינו - wogt ein hartes Ringen. Noch, gottlob, fiehi man Fahnen der Wahrheit flattern, hört man Waffen der Demut ftreiten, erfchallt der flammende Streitruf: מי לה׳ 'לי Aber wie lange noch fo, wenn nicht e ׳׳h du dich endlich in foldatifchem Pflichtgefühl einreihft ״Gott- 16 s. o. K. 29 z. Anm. 42 u. 49. 17 III 2637 Raschi. 18 Kid. 40 b; Ow. V 1 Ramb. » Th. 104 31; B’r. 3 a. » J’sch. 501 — [ר!יצ׳) ר״ח שער חאדבה, פ״ז [ד״ד, ערד יבחין).