Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 51 (sequence 53)
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5t tion als einer Schöpfung Gottes, berufen und verpflichtet, in ihrem nationalen Dasein den in der Thora als ihrem nationalen Recht niedergelegten, von Menschen unaufhebbaren Willen Got־ tes treu und gehorsam zu erfüllen. Nicht Rasse und nicht Sprache, nicht Geschichte und nicht Land, sondern Gottes Thora allein, ausstreckend für alle Zeiten ihre herrschende Hand über alle Söhne unseres Volkes, schließt sie zu nationaler Einheit zusammen und gibt ihnen die unzerstörbare Beziehung zu Erez Jisroel als dem Lande, das Gott dazu bestimmt hat, daß in ihm die jüdische Nation die ganze Fülle ihres Gemeinschaftslebens nach den Gesetzen der Thora ordne. 2. H. P. A. J. bekennt sich zum jüdischen National־ heim. Die Vorsehung Gottes hat das jüdische Volk nach zwei־ tausendjährigem Galuth in seine eigene Geschichte zurückgerufen, um ihm, vielleicht als Anfang der Erfüllung unserer prophe־ tischen Verheißungen, eine von den Mächten der Erde gebilligte neue Verbindung mit seinem Lande zu geben, ihm neue Möglichkeiten wirtschaftlicher Betätigung in seinem Lande zu er־ öffnen. H. P. A. J. ist aber auf Grund der nämlichen prophe־ tischen Verheißungen der Ueberzeugung, daß das jüdische Nationalheim zum Untergang verurteilt ist, wenn es nicht gelingt, es zum Nationalheim der herrschenden Thora zu gestalten. Durch die Thora und um der Thora willen hat die jüdische Nation das Galuth überdauert. Die Thora und die von der Thora geformte Lebenshaltung sowie die um die Thora entwickelte Literatur bilden den einzigen Kulturinhalt der jüdischen Nation, ohne den sie eine leere Hülse ist, unwert, die Zeiten zu überdauern, unfähig, um wirklich jüdisches Nationaldasein zu entfalten. 3. H. P. A. J. bekennt sich zum Nationalismus der Thora. Der Schöpfer der jüdischen Nation ist zugleich der König der Völker. Der Nationalismus der Thora ist ohne Völkerversöhnende Weltverbundenheit nicht denkbar. Der Nationalis־ mus der Thora kennt nur die Souveränität Gottes, nicht aber V die Souveränität der jüdischen Nation. Die jüdische Nation ist nicht Selbstzweck, sondern das von der Thora geforderte Mittel, um die Ganzheit des nur im nationalen Leben sich völlig ent־ faltenden Menschentums nach Gottes Willen zu gestalten. Die prophetischen Zukunftsverheißungen der jüdischen Nation er־ strecken sich nicht nur auf sie, sondern auf alle Nationen. Ihnen die Idee des Rechtes Gottes aufzubewahren, ist eine wesentliche geschichtliche Aufgabe der jüdischen Nation.