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Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 2

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
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2 entsprechende Propaganda ist von Dr. Ehrmann, dem Leiter der Palästina-Zentrale, im Zusammenhang mit dem Keren Hajischuw eröffnet worden. Sie erfuhr seitens der zionistischen Rundschau, aber auch, damit selbst in dieser tiefernsten Zeit der grimmige Witz der Geschichte nicht fehle, seitens des misrachistischen Führers der abhängigen Orthodoxie Dr. Hofmann, heftige Angriffe. Ibr Erfolg bleibt abzuwarten. Gewarnt hatte auch, von der ersten Stunde seines Aufkommens, der Zionismus. Nicht zwar namens der Thorah, aber auf Grund seiner ganzen Ideologie. Bereits an der Wiege des Zionismus stand die Überzeugung, daß die Emanzipation ein taugliches Mittel zur Lösung der Judenfrage nicht sei. Diese Überzeugung war keineswegs metaphysisch, sondern ganz und gar empirisch verankert. Sie sah in der Emanzipation keine geschichtliche Aufgabe, sondern einen geschichtlichen Irrtum. Nun die Berichtigung dieses Irrtums in Deutschland in einem Maße eingetreten ist, das freilich auch der Zionismus nicht vorausgesehen hat, glaubt dieser in besonderem Sinne dazu berufen zu sein, nicht nur den auswandernden deutschen Juden deu Weg nach Palästina zu weisen, vielmehr auch den Verbleibenden in ihrer grenzenlosen Enttäuschung neue Ziele zu stecken und ihrem Dasein Bedeutung und Würde zu verleihen. Die Propaganda, die der Zionismus heute gerade auf solche Juden richtet, die bis vor kurzem hemmungslos der Assimilation verfallen waren, wird von der Konjunktur ohne Zweifel gestützt. Dr. Hofmann, der die volle Schale seines Grimmes über die agudistische Orthodoxie ergoß, weil sie sich unterstand, den von ihm errichteten Zaun des ״Separatismus“ nicht zu beachten und bis zu liberalen Juden vorzustoßen, hat nicht das leiseste Wort des Tadels dafür gefunden, daß der Keren Hajeßod Kreise an sich zu ziehen versucht, die zuweilen noch nicht einmal den Namen dieses Fonds richtig auszusprechen׳ wissen. Offenbar ist es Dr. Hofmann erwünschter, wenn liberale Juden liberale Förderer des Keren Hajeßod werden, als daß der ernsthafte Versuch unternommen werde, sie den Ideen der agudistischen Orthodoxie näher zu bringen. Die Thorah und der Zionismus, letzterer mit und ohne Thorah, bieten sich heute den deutschen Juden als die zwei Möglichkeiten zur Begründung einer neuen seelischen Existenz dar. Vor die Wahl gestellt, sich für Zionismus mit Thorah oder für Zionismus ohne Thorah zu entscheiden, wird allerdings kaum jemand lange zögern; man wird, schon uach dem Gesetz des geringeren Widerstands in Verbindung mit dem Gesetz trägen Beharrens, den Zionismus ohne

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