Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 11-12 (August 1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 343 (sequence 53)
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343 der Thora wahrt und damit seine wirtschaftlichen Interessen zu allgemein agudistischen Interessen erhebt, 8011 ihn auch das Recht und die Gerechtigkeit der Thora selber lehren und ihn nicht nur zu einem Arbeiter der Thora, sondern auch zu einem ״Sohn der Thora“ erziehen. Nimmt man der Organisation der Poalim die Kulturaufgabe fort, so muß sie zwangsläufig versanden. Erforderlich ist vor allem, bei den Poalim Verständnis für das heroische Wollen der Zeirim, bei den Zeirim Verständnis für das heroische Wollen der Poalim zu wecken, wie dies hier versucht worden ist. Sache der oberen und obersten agudistischen Organe ist es, hierfür energisch einzutreten. Ist erst einmal dieses Verständnis wechselseitig vorhanden, erscheint dem Poel der Zäir nicht mehr als ein ״Batlan“, dem Zäir der Poel nicht mehr als künftiger ״Masskil“, so sehe ich den Weg offen, der zu dem einzig richtigen und fruchtbringenden Verhältnis beider Gruppen zu einander führt: zu dem Verhältnis wechselseitiger Hilfe bei voller Wahrung der organisatorischen Selbständigkeit. Vor allem an die Zeirim wende ich mich. Seht ihr denn nicht, welch ungeheuere Aufgabe euch die Organisation der Poalim bedeuten müßte? Seht ihr denn nicht, wie dringend nötig es wäre, daß ihr an jedem Ort der Gruppe der Poalim zur Hilfe kommt, um sie ganz und gar mit dem Geiste der Thora zu erfüllen? Seht ibr denn nicht, welche Gefahr es ist, wenn sich mehr und mehr der Brauch herausstellte, daß gerade die Kenntnisreicheren es unter ihrer Würde halten, der Gruppe der Poalim beizutreten oder selbst nur an ihren geistigen Veranstaltungen teilzunehmen? Wollt ihr etwa die Poalim als Ame Haarez stigmatisieren und in Verruf erklären? Wollt ihr es ihnen als Verbrechen anrechnen, wenn manche unter ihnen, getrieben von grausiger Not, schon im zarten Alter der Arbeit sich zuwenden mußten? Stoßt ihr euch daran, wenn manche Fabriken sie nicht zur Arbeitsstätte heranlassen, sie hätten sich denn zuvor des Bartes entledigt? Noch sehe ich ihn vor mir, den Redner auf der Landeskonferenz, wie er seinen Arbeitstag schilderte, wie er gehalten ist, tagaus tagein in der Fabrik neben Bundisten zu arbeiten, die ihn wegen seiner Thoratreue verhöhnen und alles Jüdische mit Spott und Geifer überziehen —: ist dieser Mensch kein Held, wenn er fest bleibt in seiner Treue zu Gott, und seid ihr nicht vor Gott verpflichtet, der Organisation zu helfen, in die sich dieser Poel nach der Arbeit des Tages fluchtet, um in ihr Kraft und Mut zu trinken für die Nöte des kommenden Tages? Euere tüchtigsten und fähigsten