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Nahalat tsevi · 1935-08-01 · Heft 11-12 (August 1935) · p. Seite 307

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 307 (sequence 17)
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307 mochte neue Menschen für die Agudah gewinnen, auch solche, die seine persönlichen Freunde seien, vorausgesetzt allerdings, daß sie Gegner der Kenesseth Jißrael in ihrer jetzigen Verfassung seien. Darauf Kook: Und ich wo bleibe? Ich: Wir möchten Sie bitten, auf diese Reorganisation mit ״schönem Auge“ zu sehen; um Ihre persönlichen Freunde nicht zu zwingen, zwischen Ihnen und der Agudah wählen zu müssen. Darauf erklärte er sich unumwunden für eine unabhängige thoratreue Weltorganisation. Aber die Gemeindetrenmmg dürfe man nicht nach Erez Jissrael bringen. Rabbiner Hirsch s. A. habe in Frankfurt ganz recht gehabt. Aber in Erez Jissrael gebe es keine Reform. Er habe übrigens nichts dagegen einzuwenden, daß es auch in Erez Jissrael Ausgetretene gebe. Aber wenn ein Nichtausgetretener in der Agudah mitarbeiten wolle, warum nicht? Und nun übersprudelt er sich wieder: Als in Jeruscholajim seinerZeit derlssur gegen die Weltlichkeiten erlassen worden sei, hätte es in Jeruscholajim lauter Talmudbeflissene gegeben, da die Möglichkeit, ein Geschäft zu betreiben, in Jeruscholajim gar nicht vorhanden gew esen sei. Damals sei der Issur berechtigt gewesen. Jetzt aber kommen Leute des Geschäfts. Jetzt muß man am Jischuw arbeiten, und man kann es. Man muß den Poschim alles rauben, was sie Gutes haben, damit nur ihr Pschiuth übrig bleibe. Und unaufhaltsam fließt der Strom seiner Rede . . . Und in einer späteren Unterhaltung: Ich gehöre ja selbst zu den Gründern des rabbinischen Rats der Agudah und habe auch die Agudah in Erez Jissrael mit gegründet. Nur die hiesige Lokalpolitik konnte ich nicht mitmachen. Ich bleibe aber dabei, daß ich auch heute noch dem rabbinischen Rat der Agudah angehöre. Wenn es darauf ankommt, soll ein דין תורה darüber entscheiden, ob nicht auch bei mir der Satz gilt, daß מעלי, ואין מורידין! Ich lasse mich nicht hinauswerfen! — Und nun gibt es keine Hemmung mehr, und in atemloser Hast, sich selber förmlich überstürzend, schüttet er mir seine ganze grenzenlose Bitterkeit über die ihn bekämpfenden Männer des ״Alten Jischuw“, über sein Unverstandensein, seine tiefe Einsamkeit aus, um dann fortzufahren: Können wir denn nicht Freunde sein? Ich kenne doch etwas von Ihnen aus Ihren Schriften, Sie müssen doch verstehen, was ich will! Wer mich bekämpft, hat ent-׳ weder ein zu kleines Hirn oder ist ein Schwindler. Wissen Sie, w^arum viele Poschim hier Erfolg haben? Weil sie wenigstens ehrlich sind! In Erez Jissrael müssen alle Kräfte, die im jüdi-

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