Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 276 (sequence 50)
- Belongs to
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276 versucht nun in Barsilai I den Zeitpunkt des Kampfes um etwa 150 Jahre herab zudrück en, seine Beweisführung spricht aber kaum an. Nach unserer Annahme, daß der Auszug am Anfang des XV. Jahrhunderts stattfand, läßt sich das Datum von Hommel aufrecht erhalten. TJebrigens soll darauf hingewiesen werden, daß die Identifizierung dieser Kämpfe miteinander noch sehr zweifelhaft ist. Aus rein wissenschaftlichen Gründen glauben wir den Ergebnissen der Marcus’schen Forschungen nicht zustimmen zu können. Ohne weiteres lassen sich unseres Erachtens die Jahres - angaben des Thnach, auch die Zahl 480 für die Zeit vom Aus־ zug aus Aegypten bis zum Tempelbau, die sichtlich geschieht־ liehen Charakter trägt, auf recht er halten. Der Beweis von M. für die Zulässigkeit der Annahme einer ungenauen Zeitangabe in Thnach aus dem Jeruschalmi Rösch Haschana (zitiert in R. H. 18 b Toss. s. v. זה ת׳ בתמוז ) läßt sich nicht ohne weiteres auf die angefochtene Stelle übertragen, denn da handelt es sich um den Wunsch, ein Datum zu fixieren. Die Annahme einer symbolischen Zahl oder auch einer Unkenntnis des Datums bei einem vermittels רוח הקדש geschriebenen Buches, läßt sich kaum rechtfertigen. Dann wären jeglicher Willkür in Behandlung des Thnach Tür und Tor offen. Es bleibt nur die Frage nach unserer Weltschöpfungsära offen. Aber der Weg von M. scheint uns auch für die Lösung dieser Frage ganz unangebracht. Man kann die Endsumme mehrerer Zahlen nicht annehmen, wenn man die Richtigkeit der Einzelangaben bestreitet. Die Unantastbarkeit der Endsumme ist nicht größer als die der Einzelzahlen — und die Einzelzahlen werden bereits von den Rischonim (vergl. in De Rossi: Meor Enajim) angezweifelt. Diese Zahlenangaben tragen agadischen Charakter; dieAgada hat aber nach allgemeiner Ansicht unserer Großen keinen bindenden Charakter und verfolgt entweder exegetische Zwecke, denen wir eigene Erklärungen entgegenstellen dürfen, oder will uns in Form von Erzählungen die Auffassung der Weisen über geschichtliche Tatsachen und Persönlichkeiten vor Augen füh־ reit, ohne den Anspruch auf geschichtliche Wahrheit zu erheben. Durch diese Auffassung tun wir der Autorität der Weisen keinesfalls Abbruch; jedenfalls weniger, als wenn wir mit untauglichen Mitteln bei Anfechtung der Angaben im Thnach ihre Angaben unter allen Umständen retten wollen.