Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 274 (sequence 48)
- Belongs to
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274 von Chronologien mehrerer Völker errechnet. Wenn wir nun das Jahr 68 n. d. übl. Zeitrechnung für die Zerstörung des zweiten Tempels annehmen, erhalten wir für diese Periode 654 Jahre; somit haben wir den Unterschied von 164 Jahren zwischen jüdischer Ueberlieferung und wissenschaftlicher Forschung. Auch Marcus nimmt die Zahlen der Wissenschaft als fest-־ stehend an. Andererseits glaubt er die Weltschöpfungsära als richtig annehmen zu müssen. Dieser Versuch kann ihm nur dann gelingen, wenn er die überzähligen 165 Jahre der Epoche des zweiten Tempels in den früheren kompensiert. Da nach der heute in der Wissenschaft herrschenden Annahme der erste Tempel nur 400 Jahre bestand, verringert sich die Dauer dieser Epoche im Vergleich zur talmudischen um 10 Jahre. Um die restlichen 154 Jahre wird die Epoche vom Auszuge aus Aegypten bis zum Bau des salomonischen Tempels verringert. Gegen den einfachen Wortlaut von I. Mlachim 6, 1 — wonach diese Periode 480 Jahre dauerte, nimmt M. mit Lepsius: ״Chrono־ logie der Aegyptersi an, daß sie nur 325 Jahre dauerte. Nach Lepsius war der Auszug unter dem Pharaonen Mernephtha, 325 Jahre vor dem Tempelbau. Die Zahl 480 in Mlachim wird als eine symbolische, auf Grund von ägyptischen Chroniken errech־ nete Zahl betrachtet. Salomon, dem für die Schoftim-Periode keine jüdische Chronologie zur Verfügung stand, hat nach Mar־ cus die ägyptische — die auch sonst mit symbolischen Zahlen arbeitet, benutzt. Danach war der Auszug aus Aegypten im Jahre 1312 v. d. übl. Zeitr., der Bau des Tempels im Jahre 986, seine Zerstörung im Jahre 586. — Da dies der wichtigste Teil des Buches von M. ist, müssen wir ihm in erster Reihe unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Ob־ wohl die Ausrechnungen von Lepsius heute nicht mehr anerkannt werden und die Regierungszeit Mernephthas allgemein in die Jahre 1225—1215 gelegt wird, (nach Mahler: Handbuch der Chronologie, nach 1280) könnten wir uns dennoch den Aus־ führungen von M. anschließen; denn um eine symbolische Deu״ tung der Zahl 480 werden wir auch dann nicht verlegen sein. So gibt z. B. Mahler, nach dessen astronomischen — u. E. keines־ falls zwingenden — Ausrechnungen der Auszug aus Aegypten in das Jahr 1335 fällt, eine andere symbolische Deutung dieser Zahl, die uns gleich viel, bzw. gleich wenig wie die von M. ausspricht. Wenn auch diese scheinbaren Uebereinstimmungen der