Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 7-8 (März 1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 228 (sequence 74)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2551369-2551405-2551409--1902-2553420- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Tatsache, daß dieselben Mitglieder des palästinensisch-jüdischen Gewerksehaftsverbandes5 welche durch wirtschaftlichen Terror einen solchen .,Heskem“ zu erzwingen versuchen, mit 2/3 Mehrheit ein ähnliches Abkommen mit ihren innerzionistischen Geg־ nern, den Revisionisten, abgelehnt haben, obwohl die Führer beider Seiten mit aller Energie dafür eintraten. Ist der Gegensatz zwischen Sozialismus und Revisionismus stärker als derjenige zwischen dem an der Thora orientierten Agudismus und dem an Marx orientierten Sozialismus, welcher Religion als ״Opium für das Volk“ betrachtet? In wohltuendem Gegensatz zu vielen modernen jüdischen Propheten im Kreise der ״Heimkehrer“, welche in schillernden Phrasen vom Judentum sprechen oder vom ״Willen zum Judentum“, dabei aber ängstlich vermeiden, die Bindungen der Mizwoth anzuerkennen, steht Gerson Stern, (der Verfasser des an anderer Stelle dieses Heftes gewürdigten Buches ״Weg ohne Ende“), welcher vor kurzem in einem Referate bei der Tagung der hessischen Abteilung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands seine außerordentlich interessanten Darlegungen in die Worte ausklingen ließ: ״Der Notwendigkeit der religiösen! Form an sich können wir uns nicht verschließen. Wir müssen sie auch׳ für uns anerkennen, als Bindung anerkennen. Diese Anerkennung überrrennt alle bisherigen Bedenken, worin sie auch ihre Begründüng zu finden glaubten, Wir müssen nicht nur Träger des Judentums sein. Hierin liegt eine Aufgabe, der wir nicht ausweichen können. Dies ist keine Frage mehr für uns. Es ist ein Postulat, Es handelt sich um nichts weniger als um Erhaltung oder Untergang des Judentums. Erkennen wir dies klar. Alles, was entgegensteht, muß von uns abfallen. Es gibt für uns keinen Weg in die Zukunft als den: Bejahung der religiösen Form als religiöses Erlebnis.“ Briefkasten. L. K. in London. Die Ausführungen des Herrn Jaffet sind nicht weiter tragisch zu nehmen. Ueber die wahre Meinung, welche die führenden Persönlichketten der britischen Judenheit über Rabbiner Hirsch haben, orientiert Sie u. a. folgende Stelle aus dem Affirmations of Judaism (Seite 95) von Chief Rabby Dr. Hertz: ״Seventy years ago, Samson Raphael Hirsch by means of the efficient. and truly Jewish, elementary and secondary schools which he created in the Frankfort Community, turned! the current of German Jewry from assimilatian and disentegratian back to the life-giving fountains of fructifying faith and religious loyalty.“ Redaktionsschluss der nächsten Nummer: 20, Ijar 5695/33. Mai 1935.