Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 7-8 (März 1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 198 (sequence 44)
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1$6 dazu handelt, wer, ßatt beherzt in die Brefche zu fpringen, auf folche Manöver hereinfällt und aus kleingläubigem Mißtrauen der hilflos Verhöhnten auch noch fich felber entzieht und ihr damit den letzten Reft der Kraft raubt. Denn jede noch fo geringe, aber treue, mit Gottes Maß meffende Liebesleiftung der Gemeinfchaft der J’rei’im wiegt alle Liebe der Willkür auf. Sie fährt den Wagen der Sch’chino rafcher ans Ziel, als alle reklamehaften Schnellerfolge der Eigenwilligkeit. Der Weg zur liebenden Verbrüderung in a 11 umfaffender Gotteskindfchaft führt nach Gottes Plan am betten und ficherften über die Volksgemeinfchaft der Getreuen Goltkönigs und feines Lebens- und Liebesgefetzes, der Tauro. (Wird fortgesetzt.) Zur Methodologie jüdifcher Welianfchauung Von Abraham Wolf-Berlin. I. Alle Kreise der deutschen Judenheit bemühen sich gegenwärtig um Erneuerung und Vertiefung ihrer Einstellung zum Judentum. Eine Verinnerlichung kann auch in unserem Kreise nicht erfolgen ohne Erneuerung. Bereits im Vorwort zum Chaurem hat Hirsch es formuliert, daß eine jede Zeit ihre neue und eigene Haggadah haben muß, also auch unsre Zeit. Allerdings traf die Bezeichnung ״neue Zeit“ für die durch Hirsch eingeleitete Geistesrichtung des thoratreuen Judentums Deutschlands mehr zu als für unsre. Die Wandlung von 1836 bis 1935 isr von geringerem Ausmaß als die von 1736 bis 1836. Die Wandlungen des letzten Jahrhunderts bestanden stets nur in einer Nuancierung des neuzeitlichen Denkens, während die Wandlung vorher die Erwerbung der Neuzeit gebracht hatte. Und alle Differenzierungen innerhalb der Moderne sind von geringern Ausmaß im Vergleich zum Gegensatz zwischen mittelalterlichem und modernem Denken. Daher braucht auch eine heutige Erneuerung der Haggadah sich von Hirsch nicht in gleieher Weise zu unterscheiden, wie er selbst sich von dem von ihm angefochtenen Geisteszustand der deutschen Juden 80 Jahre vor dem Erscheinen der 19 Briefe unterschied. Auch eine Neuorientierung in der Einstellung zur europäischen Kultur