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Nahalat tsevi · 1935-03-01 · Heft 7-8 (März 1935) · p. Seite 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 7-8 (März 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 169 (sequence 15)
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169 ihrer Taten, die — heute erkennt man es mehr und mehr — historische Bedeutung gewonnen haben. Und so darf man von ihr rühmen בבל מקום שאתה מוצא גדולתו wo wahre Größe, ist auch wahre Bescheidenheit. Kaum fünfzehn Jahre sind es her, daß sie ihr Werk begann. Ihre eigene bescheidene Wohnstätte weihte sie dem ersten Unterrieht, um endlich eine Bresche zu schlagen in der Verwilderung der weiblichen Jugend. Wie sich diese zarte Pflanze im Laufe von fünfzehn Jahren entwickelt hat, klingt wie ein Traum. Aus den bescheidenen Lehrkursen, die sie allein leitete, hat sich ein gigantisches Werk entwickelt, imd der Name ״Beth Jakob“ steht geachtet in der ganzen Welt da. An den Ufern der Weichsel erhebt sich heute ein monumentales Gebäude, wo viele Hunderte von Lehrerinnen gelernt und versucht haben, ein Abbild ihrer Lehrerin in die Seelen von mehr als fünfzigtausend jüdisehen Mädchen zu pflanzen. Worin liegt das Geheimnis solcher Erfolge? Wir können nur eine Antwort auf diese Frage geben. Begründet ist solcher Erfolg in der Hingabe der ganzen Persönlichkeit an das Werk. Sarah Schenirer hat jedes Opfer für ihr Werk gebracht, sie kannte keine Ruhe des Tages und der Nacht, sie scheute keine Anstrengung und keinen Widerstand, um jüdische Mädchen zum Dienst an הקב״ה zu erziehen. Die Feder versagt, um von dieser Hingabe eine Ahnung an Fernstehende zu vermitteln. Täglicher Unterricht, täglich Hunderte von Briefen, dazwischen Besuch vieler Hunderter Schulen und ein persönlicher Gottesdienst von früh bis spät, der nicht einmal hier angedeutet werden soll. ¥ * ★ Wenn wir in den Spalten dieser Zeitschrift dem Andenken an Sarah Schenirer einen breiten Raum widmen, so geschieht dies auch, um noch auf ein anderes Moment die Aufmerksamkeit zu lenken, das für den Bildungsweg dieser einzigartigen Frau und für das Geheimnis ihrer Erfolge von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Sarah Schenirer ist die Frau gewesen, die Samson Raphael Hirsch, seine Schriften, seine ganze Ideenwelt der weibliehen Jugend des Ostens nahegebracht hat. Man kann wohl sagen, daß bis zum Beginn ihrer Wirksamkeit der Name S. R. Hirsch in der jüdischen Frauenwelt des Ostens fast unbekannt war. Während des Krieges, als in Warschau und in Kowno die ersten jüdischen Mädchenschulen im Geiste der Orthodoxie geschaffen wurden, hat man natürlich vieles aus der Geisteswelt dieses

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