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Nahalat tsevi · 1935-03-01 · Heft 7-8 (März 1935) · p. Seite 165

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 7-8 (März 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 165 (sequence 11)
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165 Ich wüßte nicht, was an diesem Vorschlag den Gegnern der Thora unannehmbar sein müßte. Er mutet ihnen einen Verzicht nur insoweit zu, als sie, nach eigenem Geständnis und längst bewiesener Praxis, überhaupt nicht interessiert sind. Für diesen höchst billigen Verzicht werden sie aber reichlich entschädigt. Die Symbiose ist erst zur Hälfte skizziert. V. Im Rahmen der Kenesseth Jißrael soll es — darauf zielte bisher mein Vorschlag — den Juden des Heiligen Landes ermöglicht werden, (geeint durch den Willen, auf heimatlichem Boden das dem jüdischen Volk von Gott geoffenbarte, von den Vätern überlieferte Recht der Thora, wie es in schriftlicher und mündlicher Lehre vorliegt und für die Zeit der Zerstreuung im Schulchan Aruch vorbildlich zusammengefaßt ist, als unverbrüchliche Grundlage ihres Gemeinschaftslebens anzuerkennen und zu verwirklichen) die Thoraeinheit in höchster Begeisterung zu errichten und dem lebenmordenden, weil zwangsläufig zu Veräußerlichung drängenden organisatorischen Streit, wie er bisher das Land erfüllte und seine religiösen Impulse lähmte, ein Ende zu bereiten. Kenesseth Jißrael soll aber noch eine weitere Zweckbestimmung haben. Kenesseth Jißrael soll die einheitliche Vertretung aller Juden des Heiligen Landes nach außen, namentlich gegenüber der Regierung, bilden und soll zugleich die p o 1 i t i - sehen und wirtschaftlichen Interessen des jüdischen Volkes im Heiligen Lande wahren. Dies sind die Punkte, an denen das brennende Verlangen der Sozialisten und der Revisionisten nach Mitarbeit, nach Macht und Einfluß einsetzt. Politik und Wirtschaft haben in der Golah kaum je zum Aufgabenkreis der Thoragemeinden und ihrer Verbände gehört. Wir hatten in der Golah als jüdische Gemeinschaft keinen bestimmenden Einfluß auf die Wirtschaft, und wir waren als jüdische Gemeinschaft in der Golah stets nur Objekte der Politik, aber nicht Subjekte. Gerade in beiden Beziehungen stellt das Nationalheim die Thora und ihre Vertreter vor völlig neue Aufgaben. In Politik und Wirtschaft hat die Thora im Nationalheim keinen Besitzstand. In Politik und Wirtschaft muß sie um Besitzstand allererst kämpfen. Politik und Wirtschaft heute schon in der umfassenden Art, wie dies für die Thoragemeinden als solche möglich und notwendig ist, der Allherrschaft der Thora zu un-

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