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Nahalat tsevi · 1934-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1934) · p. Seite 15

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
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1 i Woher diese Schwäche, diese lebensgefährliche Schwäche von Kenesseth Jissrael? Wie erklärt sich die wahrhaft erschütternde Tatsache, daß selbst angesichts der Mandatsregierung, angesichts des Arabertums gerade Kenesseth Jissrael, einzig legitimiert und einzig imstande, eine einheitliche nationale Willensbildung zu entwickeln, im Heiligen Lande keinerlei Ansehen genießt und den Eindruck einer kärglichen Treibhauspflanze macht? Darüber ist vieles zu sagen. — Eine wirkliche Volksgemeinschaft, auch wenn sie auf dem Prinzip der Willensbildung durch Majoritätsbeschlüsse beruht, ist immer nur möglich, wenn eine gewisse Uebereinstimmung wenigstens hinsichtlich der entscheidenden Merkmale besteht, die das Wesen der Volksgemeinschaft ausmachen und die deshalb, bei aller Meinungsverschiedenheit im übrigen, unter allen Umständen erhalten, gepflegt und gefördert werden müssen. Ist selbst hinsichtlich dieser Merkmale Sinnesübereinstimmung nicht vorhanden, so greift ein solcher Streit bis unmittelbar an die Wurzeln des Volkstums selber und läßt sich auch durch Majoritätsbe- Schlüsse nicht aus der Welt schaffen. Niemand wird auf Merkmale verzichten wollen, die nach seiner festen Ueberzeugung für die ganze Erhaltung des Volkstums geradezu bedingend sind und deren Verkümmerung daher zum Untergang des Volkstums selber führen muß. Bei normalen, in geruhsamer Entwicklung befindlichen Völkern versteht sich regelmäßig eine solche Uebereinstimmung über die Gemeinschaft bildenden Grundmerkmale von selbst. Als wahre und wirkliche Wurzeln des Volkstums befinden sie sich in seinem tiefsten Erdreich, werden niemals bloßgelegt, bleiben dem Blick stets verborgen, und die Diskussionen, durch Majoritätsbeschlüsse entschieden, betreffen immer nur den sichtbaren Stamm, die sichtbaren Aeste und Zweige und Blüten und Früchte. Anders, ganz anders das jüdische Volk im neuen Nationalheim. Schon ist ein Stamm vorhanden, hat Aeste und Zweige, treibt Blüten und Früchte: aber seine Wurzeln sind noch nicht endgültig in die Erde eingegraben, liegen noch fast völlig bloß, und gerade über diese Wurzeln, ihre Wesensart, ihre Lebensnotwendigkeiten, ihren für immer zu wählenden Standort geht der Streit, der die Gemeinschaft, nur zu begreiflich, völlig zu zerreißen droht. Es sahen die Urheber des Zionismus die Juden der Diaspora zerspalten in Religiöse und Areligiöse, in Assimilanten und Dissi-

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