Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 11-12 (August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 282 (sequence 4)
- Belongs to
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2S2 Was bedeutet Rabbiner Hirsch und sein Werk der jüdischen Gesamtheit? Der in der ״Jüdischen Rundschau“* unter devUeberschrift ״Politik der Mystik“ veröffentlichte Aufsatz von Prof. Scholem mußte schon bei flüchtiger Lektüre peinliches Befremden und das niederdrückende Bewußtsein auslösen, daß da eine Personlichkeit, die für sich jedenfalls ernste Wissenschaftlichkeit in Anspruch zu nehmen gewillt ist, mit dem historischen Lebenswerk eines Rabbiner Hirsch זצ״ל sich auseinanderzusetzen anschickt, ohne auch nur die bescheidenste Voraussetzung mitzubringen, die das Recht zu solchem Unternehmen verleiht. Der Kritiker ermangelt nämlich selbst der bescheidensten Kenntnis der von dieser Größe in Israel gelehrten Anschauung vom göttlichen Judentum, gar nicht zu sprechen von einer auch nur schülerhaften Beherrschung der sein Gedankengebäude tragenden heiligen Fundamente. Was der Verfasser mitbringt, ist ein gerüttelt Maß von politischem Haß und gewollter Verkennung. Eine sachliehe Auseinandersetzung ist unter solchen Umständen gar nicht möglich und verbietet sich schon im Hinblick auf die verehrungsvolle Achtung, die die Gestalt und das Lebenswerk eines Rabbiner Hirsch von Freund und Gegner zu beanspruchen berechtigt ist. Ein kurzes, ernstes Wort konnten wir uns hier doch nicht versagen. Rabbiner Hirsch wäre nicht der große unsterbliche Führer weiter Kreise seines Volkes, wenn sein Lebens werk von der politischen Umwälzung in Deutschland auch nur im entferntesten berührt oder gar in Frage gestellt werden könnte. Für jeden Wissenden braucht es nicht gesagt zu werden, daß dieses Lebenswerk nicht auf die deutschen oder auch nur westeuropäischen Lebensverhältnisse allein eingestellt war. In steigendem Umfang erweist sich dessen nicht zeitgebundene Größe in der Tatsache, daß in weiten Kreisen der östlichen Länder die Sehnsucht immer gebieterischer sich geltend macht, aus dem unermeßlichen Füllhorn, mit dem dieser Große sein Volk gespeist, Nahrung und Wegzehrung zu erhalten. Einige Stimmen von unbestreitbar autoritativer Geltung aus den Ländern des Ostens mögen mehr als viele Worte * Nr. 57, 1934.