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Nahalat tsevi · 1934-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1934) · p. Seite 279

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
IV (5694) 1933/34
Issue
Heft 9-10 (Juni 1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 279 (sequence 61)
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279 zugrunde, den durch die Unrechtstat ausgelösten, rachegierigen göttlichen Zorn von sich abzulenken und zu besänftigen, 80 könnte diese Absicht höchstens einen allgemeinen Grund dafür abgeben, daß überhaupt eine Strafe auf das Verbrechen gesetzt ist; niemals aber kann sie die Bestimmung der Strafe nach Art und Grad im einzelnen Falle begründen. Ebensowenig stichhaltig wie diese auf mangelndem Verständnis und unzureichender Kenntnis jüdischer ßechtsquellen beruhende Behauptung von der engherzigen Bachsucht Gottes an sich sind auch die zu ihrer Erhärtung angeführten Beweise. Schumacher1 versucht die Behauptung, daß Gott nach jüdischer Auffassung ״ein furchtbarer Rächer in seinem Zorn“ sei, durch Exod. 20, 5, Num. 16, 21—22 und Deut. 5, 9 zu bekräftigen. Wie weit können diese und andere Beweisführungen als gelungen angesehen werden? 1.) Gott ist ein Sein Recht fordernder Gott. Exod. 20, 5 und Deut. 5,9 betreffen folgenden Satz des Dekalogs: ״ .. .. ki anochi .. . el kana poked awon abot.. .“ Es wird gewöhnlich zunächst auf el kana hingewiesen, das irreführenderweise übersetzt wird: ein eifervoller Gott, woraus dann der ,.furchtbare Rächer in seinem Zorn“ entsteht, statt richtig: ein Sein Recht fordernder Gott.2 Es mag bei einer ersten Überlegung wohl scheinen, daß diese beiden Übersetzungen inhaltlich gar nicht so weit auseinander gehen. Doch dem ist nicht so. Das ״eifervoll“ hat über den ״blinden Eifer“ die Gedankenverbindung zur Rache1 gebracht und ist so zum scheinbaren Beweise des ״rachsüchtigen“ Gottes geworden, den torafremde und -feindliche Kreise der Heiligen Schrift entnehmen zu können glaubten. Keine Auffassung ist der jüdischen Lehre aber fremder als die des ״rachsüchtigen“ Gottes. War die jüdische Lehre es doch gerade, die zum ersten Male proklamiert hat,3 daß die friedenstörende und -hindernde Rache 1 S. 14; ebenso Freymond S. 2 und Bott S. 7, der in Exod. irrtümlich Vers 7 zitiert; vgl. auch Ettinger S. 61. * Hirsch, Pen tat. zu Exod. 20,5; vgl. auch Wolf, Pentat. zu dieser Stelle. 8 Denn ״die Bache ist die roheste Weise, in welcher die Herrschaft des Rechts hervortritt, da sie nur im allgemeinen eine Reaktion gegen das Unrecht enthält, während alles übrige dabei dem Zufall überlassen bleibt; ob sie zur Ausübung kommt, ob in einem dem Unrecht angemessenen Maße, sodaß sie nicht selber wieder zum Unrecht wird“. (Wilda 8. 157).

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