Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 7-8 (April 1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 166 (sequence 4)
- Belongs to
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166 ödes Land. Und als ödes Land schwebte Erez Jisroel unseren Vorfahren vor in all den Jahrhunderten des Golus. Wohl der erschütterndste Eindruck, den ich von unserem Lande hatte, als ich in Haifa das Schiff verließ, war die Erkenntnis, die sich seitdem Tag für Tag in mir steigerte, die Erkenntnis, daß der Bann, der über diesem Lande lag, daß dieser Bann in unseren Tagen gebrochen ist, daß das jüdische Land wie aus einer Verzauberung beginnt sich zu erheben, und daß überall in diesem Land ein neues Leben sich regt. Ich möchte Ihnen hier nicht sprechen von den Eindrücken etwa an der Kausel Maarowi, von den Eindrücken an den Kiwre Owaus, an den Gräbern unserer Großen der ganzen jüdischen Geschichte. Derartig rein persönliche Dinge behält man am besten für sich, wenn man nicht den Versuch machen will, sie dichterisch zu erfassen, um den Schein von Objektivität darüber zu breiten. Das, wovon ich hier sprechen will, das wovon ich hier Zeugnis ablegen will, ist dies: Wer heute nach Erez Jisroel kommt, der nimmt ein Land wahr, das von einem Ende bis zum anderen Ende widerhallt von dem Lärm der Spitzhammer, nimmt ein Land wahr, in dessen Städten gebaut und gebaut wird, Haus ersteht auf Haus und Häuser sich an Häuser reihen zu neuen Straßen, und zum größten Teile sind es jüdische Hände, die diese Taten verrichten. Und wenn er von den Städten hinausgeht in die Kolonien, wo noch vor wenigen Jahren Sand gewesen, dann sieht er heute fruchtbare Felder, sieht heute Gärten von einer Schönheit, die ich hier nicht schildern will, weil ich mich bemühen möchte, sachlich zu bleiben. ״Ode verhänge ich über das Land“: Ich habe in weiten Stellen des Landes die Öde nicht mehr gefunden. Ich habe in weiten Stellen des Landes neues fruchtbares, in die Zukunft weisendes wirtschaftliches Leben gefunden. Ohne Beispiel in der Geschichte ist der Vorgang, der sich in unseren Tagen vollzieht. Aus einem Jahrhunderte langen Schlaf ist ein Land herausgerissen, nicht aber etwa von einer erobernden Macht, die hier etwa für sich eine neue Kolonie gründen will, sondern hier wird ein Land zu neuem Leben wach gerufen vermöge des ungeheuren Eindrucks, der von diesem Lande aus der Vergangenheit ausgeht, vermöge der ungeheuren Hoffnungen, die sich mit diesem Lande für die Zukunft verbinden. Drei Faktoren sind es, die heute an diesem typischen Lande des Weltverkehrs beteiligt sind, und alle drei Faktoren haben das gemeinsame Zeichen höchster Weltverbundenheit. Es ist der eine